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Johann Hartliebs Übersetzung des Dialogus miraculorum von Caesarius von Heisterbach
Entstehung
Seite
XV
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Einleitung. XV

stehen sich eine Zeitlang mit einer Schroffheit gegenüber, wie nie zwei Gruppendes Adels (Riezler a. a. 0.).

Dieser soziale Aufstieg des damaligen wohlhabenden Bürgertums zeigt sichbei dem reichen und angesehenen Geschlechte der Pütriche ganz besonders deutlich.Eine eingehende Schilderung seiner bedeutenden bürgerlich-sozialen Stellungfinden wir in LipowskysUrgeschichten von München" 1 ). Lipowsky erklärt(S. 273) geradezu, daß die Pütrichs im 15. Jahrhundert in den landständigenAdel aufgestiegen seien. Für drei Linien ist dies einwandfrei erwiesen durch dieAufnahme in die Landtafel des Herzogs Albrecht 2 ). Hier sind drei Mitgliederdes Geschlechtes verzeichnet (Anton zu Fueßberg, Ludwig zu Pasing und Jacobzu Reichertshausen (S. 430)) ; der letzte war durch seine Begeisterung für allesrittermäßige und als Sammler von Handschriften der mittelhochdeutschenDichtungen besonders bekannt. Durch seinen Ehrenbrief für die PfalzgräfinMechthild behauptet er ja auch in der Literaturgeschichte einen wichtigen Platz.1427 hatte er sichals guter Gesell" bei einem Turnier in München gezeigt 3 ). Inseiner Verehrung für höfisches Wesen an Hartlieb erinnernd und mehrmals mitTöchtern altadeliger Häuser verheiratet, stand er Albrecht III. sehr nahe undwurde von ihm zu den wichtigsten GescJiäften herangezogen. Als vierter erscheintein Hans Püterich*), mit dem Zusatz 'zw Tawttenhofen', der seinen Landbesitzerweist, ebenfalls auf dem Wege in die Reihen des niederen Adels einzurücken,und dieser Hans Pülerich ist wie wir noch selten werden kein anderer alsderjenige, welcher Hartliebs Widmung empfing 5 ).

J ) Jos. Felix Lipowsky, Urgeschichten von München I (1814), § 129, S. 267 78.

2 ) Abgedr. bei Krenner, bayr. Landtagshandlungen in den Jahren 1424 1513.15. Bd., München 1805, S. 422-38.

s ) Goedeke, Grundriß I, 333 j. [Über die literarischen Neigungen dieses im wesent-lichen allein jür die *itterliclhe Literatur des 13. Jahrhunderts und ihre Nachklänge be-geisterten BücJterliebhabers, der mit seinem altmodischen Geschmack gerade dem etwas rück-ständigen Hart lieb verwandt und geistig nahe war, sowie über den Gegensatz dieser Richtungzu den mehrmodernen Strömungen im Südwesten und Westen Deutschlands vgl. WiUielmScherer, Die Anfänge des deutsclien Prosaromans, Quellen u. Forschungen 21, Straßburg1877, S. 16; Philipp Strauch, Pfalzgräfin MechtMld in ihren literarischen Beziehungen,Tübingen 1883, S. 38f., Anm. 31. 45; Burdach, Die pfälzischen Wittelsbacher und diealtdeutschen Handschriften der Palatino, Zentralblatt jür Bibliothekswesen, 5. Jahrg.(1888), Märzheft, S. HS ff., besonders S. 124 f. (wieder abgedruckt: 'Vorspiel' I, 2, Halle a. S.1925, S. 79ff. 87f.); Gustav Roethe, Allgem. deutsche Biographie, 26. Bd. (1888), S. 744ff.;Ausgabe des Ehrenbriefs des Püterich von Reichertshausen von Fritz Behrend und RudolfWolkan, Weimar 1920 (Gesellschaft der Bibliophilen). Drescher wollte Hartliebs Verhältniszu der gleichzeitigen literarischen Bewegung in dieser Einleitung kurz charakterisieren, istaber nicht mehr dazu gekommen. Brd.]

l ) Z. B. Mon. Boica XIX, 314 u. ö.

6 ) Eingehend über das Geschlecht der Pütriche handelt A. Schmidtner, Zur Genealogieder Pütriche. Obcrbayr. Archiv Bd. 36 (1877), München, S. 152 72 und wesentlich er-gänzt und mit sehr verbessertem Stammbaum ebd. Bd. 41 (1882), S. 44 89. Zur älterenGeschichte Chron. d. dtsch. Städte 15, 535 f.