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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
Entstehung
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197durch Zeichnung und Colorit kennbar gemacht werden, unddann erst, wenn zudem die Composition von der ideellen An-schauung des Menschengeistes durchdrungen ist, kann das Bildfür einen unmittelbaren Wiederabdruck der göttlichen Naturgelten. Alle großen Landschafter haben, bewußt oder unbe-wußt, diesen Weg der Behandlung verfolgt: Berghem, PaulBrill, Ruysdael, Cuyp, Hobbema, Gasp. Poussin, ClaudeLorrain u. And. Bei den Niederländern war der Realismzur höchsten Vollendung gebracht; Dominichino, Albano, Pous-sin, Salvator Rosa u. And. wichen in der Auffassung in so fernab, daß sie mehr zur ideellen, heroischen Composition sich neig-ten; Claude Lorrain's Hauptverdienst besteht in dem feinenedlen Geschmack seiner Compositionen und der tiefern Kenntni-der Luftperspective.Unter den Neuern suchen die münchner Landschafter, na-mentlich Crola, den Styl des Claude sich anzueignen, undwerden dazu durch die weite, sonnige Atmosphäre Münchensmit den Alpen im Hintergrunde angeregt. Unsere düsseldorferKünstler hingegen haben die Niederländer und ernsteren Italie-ner, besonders den Salvator Rosa, zum Vorbild genommen.Der Geschmack und die heilsame naturalistische Richtungwelche von den Historikern eingeschlagen ist, üben auch mehroder weniger ihren Einfluß auf die Landschafter aus. ReinesGefühl und tiefes Naturstudium sagen ihnen, daß mächtige Aus-dehnungen und Fernen, heiterer Himmel und ungetrübtes Son-nenlicht, Berge und Ströme, als Massen betrachtet, sich we-nig zur malerischen Nachahmung eignen, und sie wählen des-halb meistens zu ihren Vorwürfen kleine Wald= oder Gebirgs-partien, Bergthäler, Schluchten und Heideland, und über-haupt Motive, in denen Composition und Charakter mehr her-