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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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196Kunstwerk nennen, was Jeder mit bloßer Fertigkeit, ohne Geistund Gedanken, ausführen kann? Der Gott der Schönheit selbstscheint seine Langmuth erschöpft zu haben, und bringt Vernich-tung in der Gestalt des Daguerrotype allen Copisten der Na-tur, die sich Künstler nennen und breit an der Tafel der Kunstsitzen, und zuweilen sogar ihren plumpen Fuß, den Zertreterdes heimlichsten Naturlebens, auf den Nacken der Historien-maler zu setzen wagen.Soll es einem landschaftlichen Motive gelingen, die äußereUnwahrscheinlichkeit vergessen zu machen, und die Bedeutung derunbegeisteten Gegenstände dem menschlichen Gefühle anzunähern,so muß der Maler die Kunst besitzen, den größtmöglichen Rea-lism in Bezug auf die Gegenstände anzuwenden, und dasnothwendige Ideelle durch geistvolle Behandlung der Staffage,der Haltung und des Helldunkels zu erreichen. Ohne innigeVerschmelzung der menschlichen Idee mit dem physischen Motivebildet eine gemalte Landschaft nur eine starre, todte und un-verständliche Masse, wogegen durch diese Einigung ein organi-sches Ganze entsteht.Die besseren holländischen Maler erreichten dieses Ziel un-bewußt und ohne darnach zu ringen durch bloßes inniges An-schmiegen an die sie zunächst umgebende Natur, durch heilsameEntsagung vom Fremden, Fernen und Unbekannten, und durchdie höchste technische Fertigkeit. In der Landschaft ist dasemaillirteste Ausmalen der einzelnen und anscheinend gering-fügigsten Gegenstände unerläßlich, da die Wahrheit und die Unter-scheidbarkeit nicht durch geistige Charakteristik angedeutet werdenkann. Felsen, Steinarten, Zweige, Aeste, Stämme, Laub,Pflanzen, Moos, Stauden, Gestrüpp, Holzarten, Abtönungender Luft und Wasserfarben u. s. w. müssen auf's Genaueste