Landschaften.78. Wie der bildende Künstler bei der Darstellung voll-kommener animalischer Wesen die Bewegung nicht nachzu-ahmen weiß, so ist ihm versagt, bei Gegenständen der ruhendenoder unorganischen Natur den großen Maßstab der Wirk-lichkeit wiederzugeben. Der Mangel der Bewegung kann durchgeschickte Wahl des Moments, der immer eine relative Abge-schlossenheit zeigen muß, und durch Hervorheben des Geistigenwodurch das Körperliche mehr in den Hintergrund tritt, er-setzt werden. Die Größe der Natur im Bilde nachzuahmen,ist schon schwieriger und in vielen Fällen unmöglich; z. B. zwei-feln wir daran, daß man das Meer, die Wüste, den Himmelu. s. w. so naturtreu darstellen könne, daß der Zuschauer einBewußtsein von der Größe dieser Gegenstände erhält,als wenn er sie wirklich in der Natur sähe. Man frage einenAlpenhirten, ob er in irgend einer Abbildung der Alpen dieHöhe und Steile derselben wiedererkenne; man frage eine alteFrau, ob sie vor einem gemalten Gewitter erschrickt, und einenSeefahrer, ob ihm das gemalte sturmbewegte Meer wie in derWirklichkeit trügerisch und gefahrvoll scheint. Wir selbst zwarhaben leider nie das Meer gesehen, aber eine Ahnung sagt uns,daß auf der bewegten See den Sterblichen ein Gefühl der Weite13
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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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