195nach, und wende z. B. in Marinen besondere Sorgfalt auf dieBeiwerke, den Vordergrund, die Repoussoirs, die Schiffe u. s. w.In Bergschluchten, Gebirgen und Wäldern kommt Alles aufrichtige Haltung und perspective an, und die Wahrscheinlichkeitzu vermitteln, gelingt dem geistreichen Künstler oft durch ge-schickte und frappante Anwendung des Helldunkels. VorAllem ist aber die Staffage zu berücksichtigen, welche ent-weder in harmonischem Einklang mit dem landschaftlichen Mo-tiv stehen, oder einen pikanten Gegensatz bilden muß. In bei-den Fällen wird der prosaisch mäkelnde Blick des Zuschauersvon dem etwa Ungenügenden der landschaftlichen Darstellungabgezogen und paralysirt. Es ist dem Maler anzurathen, andie Quelle zurückzugehen, um zu erfahren, daß in allen frü-heren Bildern, bis Mitte des siebenzehnten Jahrhunderts, einlandschaftliches Motiv ohne Staffage animalischer Wesen fürunnatürlich gehalten wurde, wie es denn auch, genau genom-men, ist. Wir gehen nicht so weit, nachdem die Kunst einmalso enorme Fortschritte in der Copirung von Naturgegenständengemacht hat, zu verlangen, daß die Landschaft nur als Deco-ration zur Staffage dienen soll, wozu sie Anfangs von Tizian,da Vinci, van Eyk, den Caracci u. And. benutzt wurdeaber eben so wenig heißen wir es gut, die Staffage zur De-corirung der Landschaft zu entwürdigen, oder sie als entbehrlichganz zu verwerfen. — Wie wenige Künstler sind vom innernGeiste der Natur so durchdrungen, daß sie dem äußerlich tod-ten Motive blos durch die Composition Leben einzuhauchen ver-ständen; wir stehen vor den gemalten Bäumen und Bergenund Wassern, und wissen nicht, was sie bedeuten sollen, dieNatur scheint uns erstarrt, versteint, das sprießt und bewegt,wächst oder stirbt nicht. Wozu dient es? Sollen wir ein Ding13*
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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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