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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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194und Oede, der schauerlichen Größe und Ungewißheit ergreifenmuß, und dies Gefühl ergriff uns nur in sehr geringem Gradevor den bestgemalten Marinen. Es ist Thatsache, dadie Masse der Zuschauer an den Landschaften kalt vorüber geht,was freilich zum Theil daher rührt, weil sie für unorganischeNaturgegenstände wenig Empfänglichkeit besitzt und nach demgeistig Belebten, mit dem Menschen in näherer BerührungStehenden hingezogen wird. Gewiß aber liegt der Hauptgrunddieser Kälte in der Unzulänglichkeit und Unwahrheit der darge-stellten Gegenstände. Wenn bei den Gebildeten diese Erscheinungweniger sichtbar ist, so scheint uns bei ihnen die Illusion durchGewöhnung an gemalte Landschaften, mindere Kenntniß derwirklichen Natur und verjährtes Vorurtheil fast erzwungen zusein, und sie vermissen nicht in den gemalten Sonnenstrahlendie Wärme und Gluth, in den weißen Wolken das Lichtdurch-schimmernde und flaumig Weiche, in dem blauen Himmel dieTiefe, weil sie all das noch nie gemalt sahen, und sich andie gelben, grellen Sonnenstrahlen, die weißfarbigen, dum-pfen Wolken und die blauangestrichene Himmelsfläche gewöhnthaben.Nach dieser bewahrheiteten Annahme ziehen wir dieSchlußfolge, daß der Landschafter die höchste Vorsicht in derWahl ſeiner Stoffe anzuwenden hat, wenn er dem vorurtheils-freien Auge naturwahr erscheinen will. Doch braucht dieseVorsicht sich nicht bis zur gänzlichen Ausschließung der erwähn-ten Gegenstände, z. B. des Meeres, der Lichtwolken u. s. w.zu erstrecken (wie man mißverstehen könnte), sondern der Malertrage Sorge, daß dem Auge des Beschauenden das halbtreuNachgebildete nicht plötzlich und ohne Verhüllung vorgeführtwerde. Er helfe der Illusion durch geschickte Kunstmittelchen