167Phantasie und unzerstörbare Liebe vernichteten alle gemeinenAngriffe, und dir ist es wohlergangen auf Erden und im Himmel.Ora pro nobis!Im Schorn'schen Kunstblatte, No. 5, Jahrg. 1835, ist eineso vortreffliche detaillirte Beschreibung von dem Schrödter'schenGemälde erschienen, daß wir es für tollkühn hielten, eine besserezu versuchen und uns mit einem Auszuge begnügen: „DerRitter sitzt in einer Art Kellergeschoß, durch ein Fenster vonder Seite herab erleuchtet. Im Hintergrunde ein Schrank,worauf ein gedienter Hut mit zerknitterter schwarzer Feder:Actenrollen und Beinschienen durcheinander; als Vorhang einvergilbt scheinender Stammbaum. Zur Linken des lesendenRitters ein Tisch, darauf ein Teppich, dessen altem Glanze derjunge Moder nachhilft. Auf dem Tisch, wie auch unter ihm,liegen große Ritterbücher, auf einem derselben philosophirt einalter stoischer Rabe, der länger und stiller hungern kann alsein Jogi. Der Helm liegt auf demselben Tische, dessen Visir-mangel der Ritter mit Pappe und dem Bänderzeuge ersetzt hat,welches jetzt herabhängt und bald zum gordischen Knoten wirdgeschlungen werden. Auf der Ecke des Tisches liegt ein StückSemmel, rührend klein neben den Haufen geistigen Vorraths.Denn Bücher, Folianten in allen Lagen decken den Boden,andere dienen als Unterbau statt des zerbrochenen Fußes vondem Lehnsessel, worin der Ritter liegt, andere sind Schemelseiner Füße. Vorn liegt ein Turnierbuch aufgeschlagen an derErde und zeigt das Bild zweier giostrirenden Reiter. Oben aberzur Rechten des Ritters im Fenster hinter den breiten Pfeilererscheint eine grünende Rebe. Ihr unbefangener Einblick in diesesGemach magischer Befangenheit reizt tief und wehmüthig. Indieser Umgebung nun steht der große alte braunlederne Lehnstuhl,
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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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