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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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156malen wollen, sondern eine rührende Charakterstene. Aber dieRührung hatte für unſern Gaumen zu viel Beitze und Galle,und kaum gelang es den beiden jungen wachestehenden Soldatenan der Thüre, den Weg zu unserm Herzen zu finden. Wennder Prediger sichtbar wäre, würde das Ganze einen milderndenGegensatz mehr gehabt haben; doch wollen wir seine Abwesenheitnicht so strenge tadeln.51. Gern wenden wir uns nun zu dem lebensmuthigen,thatkräftigen Jordan, der seine Stoffe auch aus dem Leben,aber nicht aus der misère des modernen Staatsbürgerthumswählt, und mit sichrer Hand das Wirkliche und doch Schöneergreift. Ein kleiner Vortheil mag ihm auch daraus erwachsen,daß er seine Modelle nicht hinter der Thüre sucht, sondern indem fernen, romantischen Helgoland.Dierückkehrenden Lootsen führen uns gleich in eineleben= und charaktervolle Scene. Am Ufer des Meeres sitztein jammerndes Weib und um sie herum erzählende Fischer inihrer bezeichnenden Tracht und mit nackten sehnigen Beinen; Kinderpurzeln sich in der Nähe am Boden. Die See geht hoch undtreibt ihr gefahrvolles Spiel mit einem Boote, darüber dieschwarzen Sturmwolken und weiße fliegende Möven.Abend auf Helgoland. Gemüthliches poetischesMotiv. Die schöne Tochter lehnt sich voll Liebe an den altenVater, und beide schauen von der Bank der großen Treppe aufHelgoland in's Meer hinab. Dergleichen Lebensskizzen eignen sichvorzüglich für das Genre, doch bedarf es einer frischen poetischenAuffassung, da treue Copie allein nicht genügt.