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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
Entstehung
Seite
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15246.Die Heimsuchung von K. Müller würden wirunter den historischen Charakterbildern besprochen haben, wennder Vorwurf dieses Bildes etwas weniger situationsmäßig wäreund eine Handlung ahnen ließ. Es stellt die Begrüßung zweierfrommen Frauen dar, wie es scheint, Christinnen aus den erstenJahrhunderten des neuen Glaubens. Das abstracte resignirendeDogma kann nicht heiliger und wohlgefälliger ausgedrückt werden,als in den schlanken hagern Gestalten und der bescheidenen Ge-wandung dieser Frauen. In dem Blicke der Besuchenden ruhtdie reinste Weltverachtung und eine solche Zuversicht nach demJenseits, vor welcher der blaue Himmel seinen Vorhang öffnenund das Licht des Heils entschleiern muß. An solchem Blickemuß der Unglückliche sich stärken können, des Bösen harteHerzensrinde schmelzen, und nur ein: Friede sei mit dir! kanndiesen Märtyrerlippen enttönen. Schade, daß die Farbe diesesherrlichen Gemäldes zu matt und unscheinbar ist.47.Der Weihnachtsabend von Richter bietet einfür das ernste Charaktergenre ganz geeignetes Motiv. Dasliebe Christkindchen hat beim vornehmen Manne wie gewöhnlichreich beschert, die Fenster seines großen Hauses sind hell er-leuchtet. Und draußen in der kalten Winternacht steht eine armeFrau mit ihren vier kleinen Kindern, die verstohlen und heim-lich und neugierig und wehmüthig zu dem hellen Fenster hinein und dem fremden bunten Glücke zuschauen. Ach, eine herz-schneidende Wehmuth nimmt das Herz des Zuschauers dieserZuschauer in Besitz, und der Gram der armen Frau vermagihm Thränen zu entlocken. Das Thema ist sentimental, aber