136sten Bischofsornat zu tragen, der ihm in seinem hohen Alterziemlich beschwerlich sein mag. — Noch sahen wir ein sehr feinausgearbeitetes Bildchen von Götting auf der letzten Ausstel-lung; es war eine „Grablegung Christi.37. Ein tüchtiger, strebender Maler ist Alfred Rethel(jetzt in Frankfurt), der in großartiger Auffassung nach charak-teristischer Durchbildung ringt. Sagen seine gewählten Stoffeauch unserm subjectiven Gefühle nicht sonderlich zu, so verken-nen wir doch nicht in ihnen eine kräftig=originale Tendenz,welche das Typisch=Herkömmliche abzustreifen sucht. „Derheilige Bonifacius“ auf der gespaltenen Götzeneiche denwilden Deutschen zuerst das Evangelium predigend, ist einejener energischen Gestalten, aus deren Augen die Gluth derBegeisterung brennt, und deren Muskeln gestählt sind mit fe-stem Willen und Kühnheit. Die Contraste in den Blicken derZuschauer sind mit tiefer Wahrheit hervorgehoben: hier eindummes, verwundertes Gesicht, dort ein zorniges und gehässi-ges, das auf die Rache Wodan's harrt, hier der Anbruch mil-den Glaubens in schönen weiblichen Zügen, dort ungewissesZweifelszucken in intelligenten Häuptern.Weniger malerisch und gelungen ist das Bild des Boni-facius, der aus der abgehauenen Wodanseiche eine christlicheCapelle bauen läßt. Von Bekehrten, Zweiflern und Neugieri-gen umgeben, zeichnet der muthige Sendbote den Grundriß derCapelle in den Sand, während an seiner Seite und weiter ent-fernt Männer mit Bauwerkzeugen u. s. w. beschäftigt sindDer Ausdruck in Haltung und Blick dieser Letztern ist etwasunbestimmt, was zwar von dem Motive entschuldigt werden
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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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