114Ruthe und Dornenkrone haltend. Im Hindergrunde breitetsich eine heitre einfache Landschaft aus.Die architektonische Anordnung und plastische Gruppirungin dem Bilde müssen rücksichtlich des localen Zweckes als Altar-bild gerühmt werden; ja selbst die ganze Conception ist in ihrerArt, von moderner Kunstanschauung abstrahirt, vortrefflich. Gewi-werden die Katholiken von Dülmen ganz erbauliche Vorsätzefassen, wenn sie die schönen englischen Jünglinge in ihrem schwerenDiaconushabite zur Ehre der Religion, wenn auch nicht zumRuhm der Kunst, schwitzen sehen, und das furchtbare Kreuzwird ihnen heilsame Galgenschauer verursachen. Man hat vielewir finden nurFehler an dieser Conception finden wollen;einen: nämlich den Mangel des Goldgrundes, um es zu einerwürdigen Copie eines alten Gemäldes von Meister Wilhelmoder Stephan von Cöln oder Israel von Meckenen zu erheben.Wie aber der Director einer modernen Malerschule vor seinenkunstreichen Schülern mit einer solchen Reliquie bestehen kann,das ist für uns ein dunkles Räthsel. Doch chacun a songoût, — auch Hr. Carové. Derselbe sagte im Phönix 1836S. 968 flg.: „Erwägt man, daß dieses Bild bestimmt ist, denHauptaltar einer katholischen Kirche zu schmücken, dann kannman nicht bezweifeln, daß es einen tiefen Eindruck auf die derMesse beiwohnende Gemeinde machen wird. Die Messe ist selbstdie geheimnißvolle Wiederholung des bittern Leidens und Sterbensdes Gottmenschen, an welchem hier der Himmel in den Engeln,die Menschheit durch die jungfräuliche Mutter Theil nehmen,für welches diese durch ihr abgehärmtes Antlitz, jene durchVorhaltung der Leidensinstrumente die Theilnahme der Gemeindeerwecken wollen. Daß aber die Engel mit dem Meßgewandebekleidet erscheinen, mag wohl andeuten sollen, daß der opfernde
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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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