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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
Entstehung
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113Absicht gehabt hätte. Der Aberglaube überladete die Götter mitSinnbildern, und die schönsten von ihnen wurden nicht überallals die schönsten verehrt. Bacchus stand in seinem Tempel zuLemnos, aus welchem die fromme Hypsipile ihren Vater unterder Gestalt des Gottes rettete, mit Hörnern, und so erschiener ohne Zweifel in allen seinen Tempeln, denn die Hörnerwaren ein Sinnbild, welches sein Wesen mit bezeichnete. Nurder freie Künstler, der seinen Bacchus für keinen Tempelarbeitete, ließ dieses Sinnbild weg 2c. Nur wenige Zeilenweiter sagt Lessing:Ich wünschte, daß man den Namen derKunstwerke nur denjenigen beilegen möchte, in welchen sich derKünstler wirklich als Künstler zeigen können, bei welchen dieSchönheit seine erste und letzte Absicht gewesen. Alles Andere,woran sich zu merkliche Spuren gottesdienstlicherVerabredungen zeigen, verdient diesen Namen nicht, weildie Kunst hier nicht um ihrer selbst willen gearbeitet, sondernein bloßes Hülfsmittel der Religion war, die bei densinnlichen Vorstellungen, die sie ihr aufgab, mehr auf das Be-deutende als auf das Schöne sah; ob ich schon dadurch nichtsagen will, daß sie nicht auch öfters alles Bedeutende in dasSchöne gesetzt, oder aus Nachsicht für die Kunst und den feinernGeschmack des Jahrhunderts von jenem soviel nachgelassen habedaß dieses allein zu herrschen scheinen könne.In Schadow's Bilde sitzt Maria, die Mutter Gottes, eineMatrone in mittlern Jahren, am Fuße des Kreuzes und hältden Leichnam ihres göttlichen Sohnes im Schooße. Ein colossalerBalken erhebt ſich hinter ihr, und theilt das Bild in zwei ſymme-trische Hälften. An jeder Seite stehen gleich himmlischen Schildwachenzwei große Engel mit Flügeln und kostbaren Meßgewändernbekleidet, in den Händen die Marterwerkzeuge: Nägel, Lanze,