111verherrlichter Mannesnatur und schicklicher Nacktheit darzustellen.zur Versöhnung, daß wir ihn sehr unschicklich ge-martert, sehr oft nackt am Kreuze und als Leichnamsehen mußten. Es wird dieses eine der schönsten Aufgabenfür den Künstler werden, welche unseres Wissens noch niemalsglücklich gelöst worden ist“ (Nachgel. Werke. Bd. IV, 27).Dem Anscheine nach wäre eine Verbildlichung des aufer-standenen Heilandes, der mit seinen Jüngern per pedes nachEmaus wandert, möglicher, allein der Schein täuscht. Es gehörtwahrlich eine siedendheiße Phantasie dazu, um sich die äußereGestalt eines Gottmenschen, der seine Menschlichkeit im Todeabgelegt hat, seine Mission quasi erfüllt hat 2c., genügend vor-zustellen.Allenfalls könnte es unser kalter Verstand zu der Vor-stellung eines redivivus bringen und das incarnirte Wider-erscheinen Christi möchte ihn zu profanen Vergleichen bewegenz. B. der deus ist erschienen, das Stück zu Ende, der Vorhanggefallen, und nun verlangt das Publikum die Maschine, denSchauspieler (hier den Menschen statt des Gottes) noch-mals, um zu applaudiren; allein, aufrichtig gestanden, unserVerstand bringt es hierbei zu gar keiner festen Vorstellung undunsre Phantasie findet darin nicht einmal etwas Phantastischesund bemüht sich vergebens, den gegebenen dunklen Knäuel zupoetischen Fäden abzuwickeln.Wir sind aus diesem Grunde gänzlich unfähig zu sagen,wie die Darstellung Christi, des Hingerichteten und aus demGrabe Erstandenen am Besten aufgefaßt werden könnte, undbegnügen uns mit dem bloßen Referat, wie sie Schadow auf-gefaßt hat. Der Künstler stellt uns eine höchst edle, vonsinniger Heiterkeit und erhabener Frömmigkeit strahlende Menschen-
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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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