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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
Entstehung
Seite
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109gewöhnlich bei dieser typischen alten Darstellung schwebt Mariaauf Wolken und ist von Glorienstrahlen umflossen. An demuntern Theile des Gemäldes sind die Thürme von Coblenz ab-gebildet. Die Farbe ist zart und durchsichtig, Anmuth undseelenvoller Ausdruck kann nicht bestritten werden. Der Ge-sammteindruck ist jedoch nicht der eines Originalwerks, sondernnur einer geistreichen Copie.In dem Bilde mit lebensgroßen Figuren:Christus amOelberge ist mit dem herrlichen Motive eine innige tiefge-fühlte Ausführung Hand in Hand gegangen. Ein ängstlichesSchweigen ruht auf der ganzen Scene, und die Gestalt desHeilandes drückt in tiefsinniger Auffassung wehmüthige Resignationaus. Obwohl der Ausdruck der Gesichtszüge etwas herbe undsymmetrisch strenge ist, erscheint als mildernder Gegensatz dasschwermüthige sanfte Auge. Mit der rechten Hand weckt Christusden schlafenden Petrus, und hält die Linke mahnend empor.Im Vordergrunde ruht Johannes und etwas entfernter Jacobus.Die Stellung desetzteren, schlafend mit überhängendem Kopfe,ist wenig malerisch, wenn auch ganz natürlich als Wirkung vonübermäßigem Wachen. Die Gestalten der Jünger im Allgemeinensind nicht energisch und markirt genug; der Maler wollte dieSuperiorität Christi vielleicht hierdurch mehr hervorheben, aberes bedurfte nur einer kräftigeren Durchbildung des Physischenin den Formen der Jünger.In dem Kniestücke: Christus mit den Jüngern aufdem Wege nach Emaus hatte sich Schadow eine hoheAufgabe gestellt, deren Lösung oder Verfehlung je nach subjecti-ven Ansichten ausgesprochen worden ist. Daß die Ausbildungder Gestalt des Gottmenschen überhaupt eine der schwierigstenund sonderbarsten Aufgaben für die Kunst ist, wurde längst