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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
Entstehung
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10832. Das Haupt derjenigen düsseldorfer Maler, welche vorzugsweise christliche Stoffe zur Darstellung wählen, ist W. Scha-dow, der Director der Akademie. Hr. Schadow hatte dasUnglück, in seiner Jugend mit glühender Phantasie und demstrebsamsten Ehrgeize versehen, nach Rom verschlagen zu werdenund dort als einer der begabtesten Acteure in dem bekanntentragikomischen Kunstspiele aufzutreten. Weniger energisch undconsequent als einige seiner Mitspieler (z. B. Cornelius, derbald den spanischen standhaften Prinzen fortjagte und zum Kos-mopoliten wurde, oder Overbeck, der die Andacht zum Kreuzebis an den heutigen Tag in hoher Reinheit bewahrt hat) suchteSchadow gleich einem irrenden Ritter nach dem Schönen, undwürde es in der That längst gefunden haben, wenn er sich starkgenug fühlte, seine erste Liebe für bloße Täuschung zu erklären.So aber verfolgt ihn die Erinnerung an das Glück seiner Jugendunablässig, und vergebens strebt er darnach, durch zartes lieblichescolorit und die sicherste Zeichnung die angewöhnte byzantinischeComposition in Vergessenheit zu bringen. Es kann nicht geleugnetwerden, daß Schadow zwar der Director, aber nicht der ersteMeister der düsseldorfer Schule ist, und doch liegt dies vielleichtnur an seinem Eigensinne, den Jugendträumen nur halb undnicht ganz entsagt zu haben. Daß er Zweifel an der Rea-lität derselben hat, beweisen sowohl einzelne Partien seiner eigenenProductionen, als auch die Toleranz und Aufmunterung, welcheer unstreitig den heterogensten Ideen seiner Schüler zu Theilwerden läßtAuf der Ausstellung von 1833 befand sich ein VotivbildSchadow's, für das Kloster der barmherzigen Schwestern inCoblenz bestimmt. Die Königin des Himmels hält das göttlicheKnäblein im Arme und den Zepter in der rechten Hand. Wie