107treu wiedergibt, — der Grund beruht in dem vielleicht unbe-wußten Widerstande der Künstler, sich in einem abgeschlossenenKreise zu bewegen und der Freiheit und Weiterforschung zuentsagen.Die Kunst ist makrokosmopolitisch (man verzeihe das häß-liche Wort) und sie respectirt nur das Urschöne, dessen Emana-tionen im ganzen Universum vertheilt sind.Mit einigem Zagen gehen wir nach dieser vorausgeschicktenEinleitung an die Beurtheilung der einzelnen Kunstwerke. Obwohlgestärkt von dem Bewußtsein, im Allgemeinen frei zu sein vonPräoccupationen, dem Roststoffe jedes Urtheils, ist es unsgleichwohl nicht gegeben, den Gegenstand über der Bearbeitungzu vergessen, oder die Tendenz des Künstlers zu verstehen, wenndiese Tendenz außer dem Bereiche unserer Fassungskraft liegt.Zu gewissen Sachen, dem Mysticismus, dem Supranaturalismus,dem Servilismus z. B. gehört noch ein sechster Sinn, um sieaufzunehmen, ein doppeltes oder halbes Hirn, um sie zu begreifen.eides hat uns die Natur versagt, und wir müssen uns gefallenlassen, wenn einige Künstler, deren Frömmigkeit in unserer Kunst-wage nicht mitgewogen wird, unsern geistigen Organismus ano-malisch finden.Uebrigens wissen wir recht gut, daß unser Raisonnementüber Gegenstände, die von der kunstrichtenden Mehrzahl fürhochheilige gehalten werden, viel zu unbedeutend und unsystematischist, um tausendjährige Vorurtheile mit Glück zu bekämpfen; wirbegnügen uns einzig mit der eigenen guten Absicht
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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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