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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
Entstehung
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106auf äußerliche Unwahrscheinlichkeiten basirt glauben wird, und dannwerden die Maler aufhören, ihre anatomischen Studien an Leich-namen, die aus dem Grabe auferstehen, an eckelhaften Besessenen,Scharfrichterscenen 2c. zu zeigen.Aus dem Gesagten wird man hoffentlich unsere Ansichterkennen, daß wir erstens zwar nicht daran zweifeln: die christ-liche Historie enthalte viele Momente, die zur bildlichen Dar-stellung vorzüglich geeignet sind, aber bedauern, daß diese Mo-mente in der Regel zu einförmig und beschränkt aufgefaßt werden,und deshalb entblößt sind von dem wirksamsten Köder desBeifalls, dem Reiz der Neuheit nämlich; daß es zweitensin der neutestamentlichen und Heiligengeschichte eine UnzahlMomente gibt, welche ihrer moralischen oder physischen Unan-ständigkeit wegen nicht zur bildlichen Erscheinung gewählt werdensollten. In Bezug auf diese letztere Ansicht erlauben wir unsnoch zu bemerken, daß man in unserer rationellen Zeit die An-sprüche an die Kunst, zur Verherrlichung einer speciellen Glaubens-ansicht mitzuwirken, fahren lassen muß. Bilder gehören zwarzum Cultus in der katholischen Kirche, aber diese Bilder brauchenkeine Kunstwerke zu sein, um ihre Bestimmung zu erfüllen.Dem Gläubigen genügt der Gegenstand, und die Ausführung istihm gleichgültig; das Bild dient ihm etwa als Hülfsmittel zurErbauung, wie der Rosenkranz, und er kümmert sich wenig, oballe Regeln der Kunst erfüllt sind. Man erniedrigt die Kunst,wenn man sie zwingen will, einem an und für sich nicht sehrmalerischen Dogma ihre beste Kraft zu widmen, und, um demgewissermaßen materiellen Bedürfnisse einer Partei zu genügenhöhere Triebe zu unterdrücken. Es liegt nicht an dem starrenHochmuth des kalten Verstandes unserer Zeit, warum kein neuereschristliches Bild das mysteriöse innige Leben des Christenthums