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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
Entstehung
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103ewig Klare und Geheimnißvolle der göttlichen Offenbarungpredigt er in heiligen Symbolen, Gleichnissen, Geschichten undBildern u. s. w.Das fünfzehnte Jahrhundert jedoch riß die frommen My-stiker aus ihrer inkrustirten Gewißheit, und entlarvte eine Un-zahl alter Heuchelfratzen und historischer Ungerechtigkeiten. Derwarmen Gluth des Gefühls gesellte sich das kalte Gaslicht der.Intelligenz, und es war für immer zu Ende mit der unschul-digen Naivetät und schönen Bewußtlosigkeit der christlichenKunst. Wir haben dies in unserer allgemeinen Uebersicht schonausführlicher angedeutet, und können hier nur darauf zurück-weisen. Von nun an wurde der christliche Stoff, wie Winkel-mann meint, nur als Mittel betrachtet, etwas Höheres derForm darzustellen, oder die christlichen Ideen wurden alsFolie antiker Formen angewandt, was bisher als verwerflichsteProfanation gegolten hätte. Die antiken Formen aber dientenbald als Ideenträger zur Einführung in die göttliche (nicht bloschristliche) Schönheit des Universums, und vor und nach ent-fernte man sich in christlichen Bildern immer weiter von demchristlichen Dogma. Entweder behauptete das Sinnliche undMaterielle den Vorrang, oder kalte Abstraction profanirte dasinnige und warme Mysterium. War die Kunst des Mittelal-ters eine einfarbige Chrysalide, so entstand nun der buntesteund lebendigste Schmetterling, der von allen Blüthen kostete.An die Stelle der Beschränktheit trat die größte Mannigfaltigkeit und feuriges Streben, und dies war um so mehr zu prei-sen, da außer einzelnen Aberrationen zahlreiche Werke entstan-den, welche dem Urtypus aller Kunst, göttlicher Schönheit undFreiheit, nachstrebten.