48In den „zwei Mädchen am Brunnen“ ist ein altidyllischesMotiv mit moderner Auffassung verbunden. Zwei hübsche Mäd-chen sitzen in gefälliger Gruppe unter Blumen und Strauchwerk;die Eine als Personification einer geistreichen Naivetät, die Andereals Bild einer leidenschaftlichen Wehmuth. Erstere, eine Brunette,in rothem Kleide mit weißen Aermeln, scheint soeben eine Ro-manze gesungen zu haben, die Guitarre hängt an ihrer Handnieder und das lebensfrische Auge sieht klar empor. Die zweite,eine liebliche sanfte Blondine in blaßlillafarbnem Kleide scheintvon den entflohenen Klängen trübe ergriffen zu sein, ihr Hauptist gesenkt und in traurigem Hinbrüten spielt ihre Linke mit derGürtelschnür, während die Rechte auf der Schulter ihrer Freundinruht. — Hier ist Romantik in den wärmsten, reinsten Farben,ein süßer Liebeszauber ruht über der ganzen Gruppe! „Wersind die Mädchen? Warum trauert die Blonde? Und dieGluthäugige, ist ihr Auge so heiter und stolz, weil noch keinPfeil der Liebe ihr Herz verwundete? Ich möchte sie kennen,diese schönen Mädchen, ihren Namen und ihr Geschlecht,ihre Vergangenheit und Zukunft!“ So spricht der Zuschauer,welcher diese Farbenreize in sein Auge aufnahm, und sein Herzist süß beklommen, unbefriedigt und doch glücklich, auf eineWeise etwa, wie wenn er in der empfänglichen Zeit seiner Ju-gend im vorbeirollenden Postwagen eine idealische Schöne gewahrtderen Blick im Fluge sein Herz erobert, und ihn dem süßquä-lendsten Liebessinnen überlassen hat.Uhland's Liebesworte des Hirten an die geliebte Hirtin:„Und halt' ich dich in den ArmenAuf freien Bergeshöhn:Wir sehn in die weiten Lande,Und werden doch nicht gesehn.
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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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