47verhaltener Groll und Sehnsucht nach göttlicher Rache an denFeinden bemerkbar. Ein feiner, anthropologischer Zug ist auchdas Fassen des jüngsten, unschuldigen Kindes an das Kinn deserwähnten Leichnams. Die letzte Gestalt ist ein Krieger, der mitverwundeter Brust auf seinem Mantel sitzt, und dem das blutigeSchwert entfallen ist. Eine detaillirtere Beurtheilung dieses inden Annalen der deutschen Kunst Epoche machenden Werkeserlaubt unser Raum nicht, und wäre zudem sehr überflüssig, dadasselbe mit der Hussitenpredigt gleiche Gunst der Kritiker ge-nossen hat, und das Gewicht der zu seinen Recensionen ver-brauchten Tinte vielleicht größer ist als das der Farben zuseiner Erschaffung.9. In jedem der übrigen Bilder Bendemann's, mögen sieauch an Dimension den erwähnten mehr oder weniger nachstehenmacht sich nichts desto weniger eine edle menschliche Idee geltend,ein Ringen nach dem Idealisch=Reinen mit genauer Rücksichtdes Formell⸗Hinderlichen.Die Skizze nach dem morlakischen Volksliede ausgenommen,spricht in „Boas und Ruth,“ „Hirt und Hirtin,“ dem „Mädchenam Brunnen“ und der „Ernte,“ idyllische Anmuth und Heiterkeit,die Alles um sich her verklären und den Zuschauer in jeneangenehme Stimmung versetzen, wo Verstand und Gefühl sichtraulich die Hand reichen, und Skepticismus und Leidenschaftschlafen gegangen sind.Ruth, die Aehrenleserin, das erste größere Werk desKünstlers, entsagt nicht ganz der sentimentalen Weichheit, welchein spätern Werken so vortheilhaft durch harmonische Klarheit ersetztwurde. Das Motiv ist zwar auch hier großartig durchgebildet,allein das Einzelne nicht mit conciser Charakteristik abgeschlossen.
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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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