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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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44so treten die Beziehungen zur Gegenwart doch klar und deutlichhervor, weil eben die Unglücksperiode des armen Volkes nochnicht vorübergegangen ist. Bendemann's Judenbilder sind epischeGedichte, deren Decoration in alter Form und doch zeitgemäßerscheint. Lessing zeichnet das Individuum in seinem Kampfemit den hemmenden Gesetzen der Natur; Bendemann's kühnerVerstand erfaßt eine Gattung, die denselben Kampf kämpft.Sein Vorwurf ist großartiger, philosophischer, er wendet größereKräfte zur Erreichung eines größern Zieles an, muß aber aufdie deutliche Hervorhebung des Einzelnen im Ganzen verzichten.Man staunt die Riesengebilde seines Pinsels an, während Lessingaußer der Bewunderung auch geliebt wird; der Grund hiervonscheint uns einfach darin zu liegen, daß Lessing die Geschichtedes Individuums, Bendemann die Geschichte der Gattung malt;das Individuum steht nun in näherer Beziehung zu uns alsdie Gattung.Bendemann's Judenbilder sprechen ein tiefernstes Worthinein in die Tagesdebatten über Emancipation des unglücklichenVolkes, und wenn es wahr iſt, daß die Kunſt Einfluß aufCulturfortschritte haben kann, wie es denn zu hoffen und auchzu glauben ist, so könnten diese Bilder statt des besten Plaidoyerdienen. Vielleicht war dies nicht einmal der Nebenzweck desKünstlers, aber kein gefühlvoller Zuschauer wird ohne tiefesMitleiden die trüben trotzigen Gestalten der exilirten Judenbetrachten, und seine Wünsche um Befreiung der jahrtausendlangNißhandelten zum Himmel senden; keine poetische Arbeit mo-derner Juden hat nur im Entferntesten eine ähnliche Wirkung:den Schmerz des Volkes wahr ins Leben treten zu lassen, her-vorgebracht, und die Klagen des Juden Joel Jacoby z. B., inihrem modern süßlichen Castratenton stehen im Vergleich zu dem