— 40mit einer scharfen Ruthe, während man das Auge abwendet,um den eignen Schmerz zu verbergen; der berühmte VictorHugo tritt mit seinem letzten Tag eines Verurtheilten in dievordersten Reihen der modernen Kämpfer für Recht und Mensch-lichkeit, und seufzt zugleich jammervolle Elegien über den Toddes exilirten Charles X.; der arme Börne läßt aus seinemreichen Haupte ein spöttisches Salzmeer fließen, in welchem dieganze deutsche Aristokratie ersaufen könnte, und er selbst ver-brennt durch die Flammen des Mißbehagens an seiner Mission,die in seinem Herzen hoch auflodern. Cromwell und Karl I.Spinoza und Martin Luther, Brutus und Julius Cäsar, La-fayette und Napoleon werden oft von ein und derselben Indi-vidualität bewundert und geliebt. Aehnliche Bewandtniß kannes auch mit dem trauernden Königspaar haben. Der moderneKünstler zollte seine Huldigung einem in seinen Grundprincipienwahren, aber leider mißbrauchten Institute, und er dichteteeine ergreifende Elegie, einen trüben Scheidungsgruß an dieVergangenheit. Es ist nicht seine Schuld, wenn dieser Grufscharf in gewisse Ohren klingt. — Wem auch diese Erklärungnicht behagt, lese das Gedicht Uhland's: „Das Schloß amMer“, und suche darin eine andre, wenn's möglich ist; — zugleichmuß aber hier darauf aufmerksam gemacht werden, daß Lessingaus eigner Phantasie geschaffen haben soll.Während Lessing das Sujet der drei benannten Werkeaus den blühenden Auen der Phantasie und Dichtkunst nahm,lieh er die Grundlinien zu einem vierten großen Werke vonder ernsteren Geschichte. Aber auch hier schuf seine herrlichePhantasie den bessern Theil, und zog aus gegebenen Prämissenden eclatantesten Schluß. Wir sprechen von der „Huffiten-predigt.“ — Eine Analyse dieses Gemäldes ist hier überflüssig,
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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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