26Reformation diesen Satz zweifelhaft, und die etwas spätere,vermittelst der gedruckten Bücher allgemeine Kenntni-der alten Schriftsteller und Geschichte machte ihn total lächerlichund öffnete die Augen der Begabten zu heller Klarheit. Dieverjährten Dummheiten erschienen nicht minder als Dummheiten,und der geschichtliche Glaube war geschwunden.Eine glizernde Schlange von den Bergen Altgriechenlandskam der gewaltige Geist des freien Gedankens über das Meergeschwommen, und wand sich um den Baum der Erkennt-niß, dessen Mark noch immer gesund war, wenn auch Zweigeund Blätter von diplomatischen und pfäffischen Faulthieren ab-gefressen wurden. Die Wurzeln des Baumes reichten bis in'sInnerste der Erde, und sogen dort unversiegliche Lebenskraft.In dem hohlen Stamme aber verbarg die kluge Schlange nunein kleines Hülfskorps zu ihrem Dienste: scharfe Autorfedernaus dem Felle geschlachteter Gänse, blutige Revolutionstinte,und Malerpinsel von den Haaren der geschornen Menschheit.Der Zweifel war geboren, erzeugt durch die Lectüre derAlten, genährt durch die Reformation. Der Zweifel ist derAntagonist des Glaubens, denn der Zweifel ist in unsrer man-gelhaften Welt das Wissen, weil das Wissen eben nichts Anderesist, als die Erkennung und Vermeidung des Falschen, Häßli-chen oder Schädlichen. Oder sollte jetzt noch Jemand so ein-fältig sein, an eine Erkenntniß des höchsten Wahren zu glauben?Der Zweifel nun, ein kalter Geselle ohne erzeugende Kraftaber voll Licht und Klarheit, sandte in der Mitte des vorigenJahrhunderts seine scharfen Strahlen in die staubigen Perrückender Gottesgelehrten, in die blutigen Rüstkammern der Dynasten,und die faulenden Documente der Diplomaten. Wie ein strah-lender Comet erschien er am Horizonte der sogenannten culti-
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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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