25Geistesforschung. Man lebte in dem Wahne, mit Luther sei dieReform geschlossen worden, und hielt es für verwegen, weiter alsdieser große Mann zu dringen. Statt auf den kräftigen Eckstein,den er auf dem Gebiete des wiedererwachten Verstandes errichtet,ein klares, stolzes Gebäude erstehen zu lassen, grub man einwärtsunzählige Maulwurfslöcher, in welchen die blinden bornirtenTheologen nach Herzenslust minirten, und den socialen Zustandin unbegreifliche Dumpfheit und Einseitigkeit umschufen. Demlebenskräftigen Manne Luther, der für seine Zeit genug that,folgten nur kindische Greise, kein Wunder, daß die schlummerndeWelt später voll Furcht und Zagen durch die Worte der Ge-dankenriesen unserer Zeit erweckt wurde. — Wäre die Reformation nicht als abgeschlossen angesehen und das Emancipations-system außer den Glaubenszuständen auch auf andere Einrich-tungen des gesellschaftlichen Verbandes ausgedehnt worden, somüßten wir jetzt weit sein, vielleicht weiter als die Griechen inBlüthenperiode. Allein da die Reformation nur einseitigenihrerfast localen Einfluß auf die Erziehung des zunächstfolgendenMenschengeschlechtes hatte, und an der großen Masse unverstandenvorüber ging, so beschränkte sich ihr wohlthätiger Erfolg nurdarauf, in einzelnen, hochstrebenden Geistern den belebendenHoffnungsfunken: daß eine Reform gelingen könne, angezündezu haben. Diese historische Gewißheit war unschätzbar, undwurde wie ein theures Kleinod Jahrhunderte lang verwahrt,bis die äußern Umstände einer neuen, weitergreifenden Reformdie Hand boten. Die Machthaber jeder Art hatten seit undenk-lichen Zeiten eine niederträchtige Juristenerfindung, daß Ver-jährung heilige, für tiefe Wahrheit ausgeschrieen, und dadie Geschichte nicht den Fehler aufdeckte, die kühnsten Gegnerzum Schweigen gebracht. Nun aber machte die gelungene
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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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