231) Nur die griechischen Künstler übten eine naturgemäßeund den höchsten Anforderungen entsprechende bildende Kunst,weil Religion, Volksglaube, Kunstansichten und Technick innigverbunden waren.2) Die altchristlichen Künstler hielten gleichen Schritt mitden Begriffen und dem Culturstande ihrer Epoche; siegenügten ihrer Zeit, aber natürlich nicht den ästhetischenKunstanforderungen der Jetztwelt.3) Die römisch=florentinischen und lombardisch=venetianischenSchulen unter Raphael und Michel Angelo, Correggio undTizian wollen sich aus den engen, christlichen Banden be-wegen, und suchen das schöne Antike mit dem innigen Christ-lichen zu verschmelzen. Diese Vereinigung ist der Naturzuwider, und bewirkt den Verfall der Kunst, welche von nunan, ihr festes Fundament: religiöse Symbolik verloren hat.4) Die Groteskmalereien der Römer entsprechen dem ge-meinen oder sentimentalen Genrebild der Neuern. Beidesind Abarten der Kunst und Gegenstände des Luxus.5) Die niederländische Landschaftsmalerei geht aus der Na-tionalität ihrer Erfinder hervor, und wird zur Unnatursobald sie die Schranken ihres Gebietes übertritt.6) Neuere Restaurationsversuche mußten mißlingen, weil sieauf keinen rationellen Grundsätzen beruhten; nur die Formwurde beachtet, und der Geist lag sterbend in pseudoästhe-tischen Spinneweben. Mengs sucht das Heil in antikerZeichnung, David in theatralischen Effecten; die deutschenApostaten bauen sich eine verkehrte Weigel'sche Verkehrttreppe,wo man aufwärts zu steigen scheint, während man in derThat hinabgeht.
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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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