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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
Entstehung
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22Mysterien regaliren. Die mystisch=katholische Glaubenssonneist nun einmal bei der ungleich größern Mehrzahl erloschen,und das scharfe Schwert der Vernunft glänzt in der Luft.Schein und Selbstbetrug und hämische Jesuitenklugheit erhebenzwar noch zuweilen ihre heisern Stimmen zum Lobe der schönenLeiche, aber es sind doch immer nur Grabgesänge; das blühendeLeben ist geschwunden auf ewig. Zu viele unreine Hände habenden schönen Leib Mariens berührt, ihre Lippen sind bleich ge-worden und die Strahlen ihrer schönen Augen matt und un-scheinbar. Es ist nicht mehr die liebevolle Mutter, die ihr Kindliebkoste und an ihren eigenen jungfräulichen Brüsten säugte: siehat den göttlichen Säugling schwarzen, protestantischen Ammenübergeben, welche ihn zum Menschen erzogen haben.Man hat die Madonna in ihrer Jugend so oft abconterfeit,daß sie später des ewigen Sitzens überdrüßig wurde; die jüngstenMaler copirten deshalb nur von Copien, und die Zuschauererkannten das Original nicht mehr. Das ist eine lamentableGeschichte! Jeder Kunstjünger, nachdem er sich einen Sammet-rock hatte machen lassen, beeilte sich noch vor Kurzem, ein Ma-donnenbild vom Zaune zu brechen, und glaubte mit diesem Uni-versalmittel der kranken Kunst wieder auf die Beine zu helfen.Eine ähnliche Erscheinung finden wir in der Poesie des vorigenJahrhunderts: Jeder glaubte ein Dichter zu sein, wenn er inein bekanntes Versmaß viele Namen griechischer Götter zubringen wußte. Griechische Mythologie und aufrichtiger Ma-donnencultus liegen unserer Zeit aber beide ziemlich fern.Fassen wir das Wesentliche unserer Uebersicht der älterenKunstgeschichte in kurze Sätze zusammen, so ergeben sich folgendeResultate: