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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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21Jesukindlein, und ließen ihre Pinsel und Farben mit Weihwasserbesprengen. DasGefühl des Heiligen umgab sie wie eineGlorie, und sie beteten innig:wie die Poesie durch ihre Psalmen,die Musik durch ihre heiligen Chöre, so möge auch die dritteSchwesterkunst wieder mitwirken zur äußern Erweckung derAndacht und zur würdigen Ausstattung jeder religiösen Feier.Vergl. Schorn's Kunstblatt Ro. 1. 1826.)Nachahmung der alten, edlen Einfachheit, und strenge Ent-haltsamkeit von modernem Leichtsinn und profanen Reizen schienihnen der beste Weg zur Ausführung ihrer Pläne, und diesefrommen Kunstjünger brachten es wirklich bald dahin, daß ihreBilder die byzantinischen erreichten. Sie stellten das merkwürdigeAxiom auf:was die altchristlichen Maler nicht wissen konnten,das wollen wir nicht wissen, und die guten Herren wurdendemzufolge völlig kindisch, und aßen ihre Suppe mit Kinder-löffelchen*).Es versteht sich, daß diese Maler ihre Rechnung ohne denWirth gemacht hatten, wie es ebenso Theaterintendanzen gehenwürde, wollten sie ihr modernes Publikum mit altchristlichen*)Zu welchen unseligen Aberrationen das Streben führen kann,das selbstmörderische totale Aufgehenlassen der eigenen Künstlerindivi-dualität in der bloßen sclavischen Nachahmung traditioneller Typen auslängst verklungenen, im unsrigen nicht mehr anklingenden Jahrhunderten wem von uns ist das nicht noch in schauerlichem Andenken bei derRückerinnerung an jene unfruchtbaren Versuche, wodurch noch vorKurzem eine vor Altersschwäche kindisch gewordene Zeit mit affectirterKindlichkeit die Kunst wieder zu den unbeholfensten Formen ihrer erstenKindheit zurückzuführen gedachte? ein Bestreben, das uns stets ungefährso gemahnt hat, als wollte man einem Greise, der wieder Lust bekommt,zu lesen, anrathen, seinen Bücherschrank zu verschließen und das ABC-Buch wieder zur Hand zu nehmen. Kreuz= und Quergedanken einesDresdner Ignoranten, 1837. S. 18.