19Welche heilsame Erscheinung, auch für die Zukunft, wäredamals die Revolution gewesen, wenn sie sich in menschlichenSchranken gehalten hätte; aber die Freiheit zückte das eigneSchwert auf sich selbst, und ging in Bestialität unter. Ineiner unnatürlichen Zeit, d. h. in einer Periode, wo das Rein-menschliche, das Bewußtsein einer geistigen Schranke, verlorengeht, und menschliche Kraft neben oder über göttliche gesetztwird, konnte auch die Kunst sich nicht in Maß und Ziel halten,und neigte sich jetzt ebensowohl zu einem Extreme, wie früher. Dievor=Davidische Schule trug den Stempel der Schwachheit undErschöpfung, die Davidische den einer übertriebenen Kraft; beidenwurde die eigentliche Mission der Kunst, das Schöne zu ver-anschaulichen, untergeordnet. Die Kunst trieb damals und zumTheil noch heute das Handwerk eines Chronisten, und copirtedie Zeitereignisse. Die Geschichte hat aber weniger malerischePunkte als Viele glauben, und die moderne fast gar keine, dader Künstler seine Phantasie in beengenden Schranken haltenmuß, um treu und wahr zu sein. — Ob denn wirklich sogenannteKenner des Schönen glauben, eine moderne Schlachtscene sei etwasMalerisches? — Aber so sind unsre Aesthetiker; während siedie blutigen Bilder aus dem Martyrologium mit sprudelndemWitze verdammen, gerathen sie, wenn auch nicht über ein Da-vidisches, doch Hessisches Schlachtgemälde in Entzücken. Steife,uniformirte Soldaten, mit Köpfen, die sich nebeneinander drängen,wie Kohlhäupter in einem Gemüsegarten, — hervorragendeBayonnette und Flinten, — der liebliche Anblick zerstümmelter,blutiger Glieder oder grimassirender Verwundeter, — und überall diese schönen Gegenstände ein dichter, farbloser Pulverdampfverbreitet, der hier einem Krieger seine Nase raubt, dort einemPferde das Hintertheil, oder die Vorderfüße u. s. w., — das
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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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