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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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17länder waren durchaus nationale Erzeugnisse; die Phantasieeines Holländers überflog nie ungestraft die politischen Grenzendes Landes. Man kann die niederländischen Binnenhuisjes(Interieurs), Kühe, Saufbrüder, zankende Weiber, Spieleru. s. f. nicht grade eine Entartung der Kunst nennen; sie bildennur eine untergeordnete Abtheilung, wenn sie auch von derursprünglichen Tendenz der Kunst himmelweit abweichen. Fürihre nächste Umgebung erfüllten sie das Bedürfniß und standenauf festen Füßen; daß sie aber auch außerhalb der Niederlandemit Beifall aufgenommen und nachgeahmt wurden, beweist nur,wie tief die historische Malerei gesunken war. Das burleskeLustspiel usurpirte die Stelle des heroischen Epos; ein nieder-ländischer plumper Pikelhäring besiegte den antiken Apollo.Nicht wenig mochte aber die ausgezeichnete technische Vollendungder niederländischen Schule zu ihrem Ruhme beitragen. Ineiner kleinlichen Zeit, wird auf kleine Vorzüge am meisten ge-halten, und der langweilige Slingelandt verdankte vielleicht dengrößten Theil seines Ruhmes dem Umstande, daß die Weiberan seinen gemalten Strümpfen das Gestricke unterscheiden, oderdie Tuchfabrikanten an der wollenen Mütze eines Matrosen dieFaden zählen konnten.Weit verwerflicher als die Genremalerei ist die allegorischeRichtung, zu welcher Rubens den eigentlichen geschmacklosenAnstoß gab. Ein allegorisches Bild und ein allegorisches Gedichtdürfen beide auf wahre Kunst und Poesie wenig Anspruchmachen.In allegorischen und ceremoniösen Pinseleien waren vonjeher die Franzosen stark, deren Kunstschule überhaupt nie eineenergische oder lobenswerthe Richtung einschlug. Die Franzosenhaben nur den Ruhm, das in ihrem Lande einige ausgezeichnete