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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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15möglich der Venus zu nähern; so malte namentlich Guido Renieine Maria in der Privatcapelle des päbstlichen Pallastes aufdem Monte Cavallo, deren Busen ganz enblößt war. Einfrommer oder heuchlerischer Pabst gebot später dem Karl Maratti,diesen Busen mit einem Gewande zu bedecken. Der Maler ge-horchte, nahm aber nur Pastellfarben, die man mit einemSchwamme wieder abwaschen konnte.Bei diesem gänzlichen Mangel einer leitenden Grundidee,dem geschmacklosen Schwanken zwischen Antikem und Modernemund dem Verschmähen alles Natürlichen mußten nothwendiggewisse Abarten der Kunst: die Landschafts= und Genremalerenentstehen, die wenigstens ein geschlossenes Ganze bildeten, unddem Bedürfnisse der Zeit entsprachen.Obwohl in Italien Michael Agnolo da Caravaggio dieGenremalerei nach eigener gemeiner Erfindung übte, und Frank-reich den größten Landschafter gebar, konnten doch nur dieNiederländer diesen neuen Zweig der Kunst in seiner möglichenAusdehnung ausbilden.Die Niederländer und unter ihnen vorzüglich die Holländer,durch Religion, Land und Beschäftigung von den Bewohnerndes Südens sehr verschieden, bildeten eine neue Gattung derKunst, welche ihrem Charakter und ihren Fähigkeiten vollkommenangemessen war. Eine großartige, blühende oder wilde Natur-scene ist dem Niederländer etwas Unbekanntes, er sieht nurgrüne, saftige Wiesen, mäßige Bäume, klare Flüßchen, Wind-mühlen, Canäle und Sand: alles Gegenstände, die eine fastnaturgetreue künstlerische Nachbildung erlauben. Dagegen ist esschwer, ja unmöglich, eine schwellende, südliche Natur mit ihrementzückend heitern Himmel, dem strahlenden Sonnenlicht, und derprächtigen Scenerie genügend darzustellen, und nur aus diesem