— 14 —verbunden mit den reizendsten, wollüstigen Situationen mußtenbald jede Erinnerung an die steife, züchtige, altchristliche Kunstverdrängen.Idealische Gedanken, kühne Zeichnung und reizende Schön-heit waren von den drei größten Meistern gleichsam neu er-schaffen worden, und diese Meister mit ihrer genialischen Schöpfer-kraft konnten sich wohl in freier Luft, ohne festen Boden erhalten,aber nicht so ihre schwächeren Nachahmer. Die Kunst hatteihre Tendenz gewechselt; nicht das innere Motiv fesselte noch,nur die Bearbeitung; war diese schwach, so wurde das Bildverworfen. Die Künstler tappten im Dunkeln und ahmtenselavisch heute dies und morgen jenes nach, da ihnen der Ur-quell der Begeisterung fehlte, wie ihn im Alterthume die Griechenin ihren Mysterien und Mythen, die Künstler des Mittelaltersin kirchlichen Traditionen besaßen. Wie schon angedeutet, konntendie lebendigen Symbole der Alten den Italienern nur poetischeAllegorien sein, ein himmelweiter Unterschied nicht blos für denMaler, auch für den Zuschauer. — Den christlichen Ueberliefe-rungen wurden mit großer Taktlosigkeit heidnische oder selbstscurrile Elemente beigegeben. So malte z. B. Giulio Romanoin dem Bilde, wo Constantin während der himmlischen Erschei-nung an seine Krieger eine Rede hält, unter Andern einenZwerg, der sich einen Helm auf den Kopf probirt; Bassanoschmückte seine Heiligengeschichten mit allerlei Hausthieren, dieer trefflich zu malen verstand. In der Madonna del Gattavon Barroccio läßt der kleine Johannes eine Katze sich nacheinem Vogel, den er in der Hand hält, abmühen. Diese häßliche,grausame Spielerei amusirt auf's Höchste das Christuskind,Maria und Joseph.Allgemein wurde das Bestreben, die Mutter Gottes soviel
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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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