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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
Entstehung
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13malen des Alterthums. Allein in Deutschland, wo es an diesemReizmittel fehlte, und der tiefe, schwerbewegliche Sinn desVolkes nicht so leicht Altgeliebtes verläßt, erhielt sich noch diechristliche Kunst eine Zeit lang in ihrer Würde. In Italiendagegen entstand ein Compositum aus griechischen Allegorien,christlichen Erinnerungen und moderner Naturverehrung. Un-rettbar würde schon damals die Kunst in Geschmacklosigkeit ver-sunken sein, da sie des eigentlichen Fundamentes entbehrte, wennes nicht der Natur beliebt hätte, gerade im Anfange dieser Periodegroßbegabte Genien geboren werden zu lassen. Raphael brachteden freien Gedanken wieder zu Ehren, verwundete aber ebenhierdurch die christliche Kunst tödtlich: er verschmolz das Schönemit dem Ergreifenden und Bedeutenden und verletzte oder ver-änderte überhaupt auf mannigfache Weise das ursprünglicheSymbol.Seiner universalen Kunst widerstand jede Beschränkung, unddas Fremdartigste verband er hermetisch mit den Strahlen seinerGeistesgröße.Aber auch andere Geister sprengten kühn die Riegel derBeschränkung, welche ein lächelndes Madonnengesichtchen vor diePforte des Kunsttempels geschoben, und tummelten sich in frischer,heidnischer Lebenskraft. Ein zweiter Dante verwechselte MichelAngelo die Vorstellungen von der christlichen Hölle mit demantiken Tartaros, und schuf, der Phantasie allein vertrauendund nach Originalität haschend, die sogenannten sarmatischenBewegungen. Das Nakte wurde emancipirt, von Michel Angelozwar nur in unnatürlichen Momenten, Spannung der Muskelnund excentrischen Stellungen, von Correggio und Titian aberin seiner höchsten Vollendung und Schönheit. Die sanften,gratiösen Schwingungen der Linien, die blühendste Carnation,