12dem bildenden Pantheisten den Preis zuerkennen. Die altenchristlichen Maler, ein Johann da Fiesole, Simon Memmi,Gentile, Masaccio und die Cöllner, Wilhelm und Stephan,repräsentirten in ihren Bildern die beiden Hauptdogmen deschristlichen Glaubens: Entsagung und Liebe. Das erstezeigte sich in den magern Formen der Körper, der theilweiserohen Behandlung und der stoischen Ruhe oder sanften Wehmuthin dem Ausdruck der Gesichter; die Liebe erscheint in der un-endlich zarten Auffassung der Madonnen und weiblichen Heiligenin deren Zügen die lieblichste Milde und reinste Anmuth ver-schmolzen sind.Die mittelalterliche Kunst ist keusch und züchtig, unschuldigund bescheiden wie ein einfach schönes Bürgermädchen, welchesden Blick fromm erhebt zu ihrem Bewunderer, und ihm traulichdie Hand reicht. So lange der Jüngling noch nicht sein Vater-städtchen verließ, schwärmte er für das niedliche Mädchen, fandihre dichte Busenverhüllung natürlich, und hing trunkenselig anihren reinen Heiligenblicken. Aber einst verließ er die Heimathund betrat die Säle der Residenz. Hier umdrängen ihn impo-sante Schönheiten, glühend, rauschend, coquet, entblößt und buh-lerisch schmeichelnd. Sein Herz wird irre, er weiß nicht mehrwas liebenswürdig, was hassenswerth ist, das Einfache erscheintihm albern, das Freche naiv, und die Erinnerung seiner Jugenderglänzt selten in dem Chaos seiner Phantasie.So mußte es auch der anspruchlosen, altchristlichen Kunstergehen. Zu Ende des funfzehnten Jahrhunderts war derkatholisch=mystische Glaube im Allgemeinen seinem Erlöschennahe; die Künstler, durch wichtige Verbesserungen in dem Tech-nischen ihrer Kunst kühn gemacht, sahen sich nach profanen Ge-genständen um, und berauschten sich an den großartigen Denk-
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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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