10In Griechenland schien die Religion nur für Dichter undKünstler erfunden zu sein, wenigstens war das Historische soenge verschmolzen mit den schönsten Geburten einer Dichter-phantasie, daß der Bildner in Hinsicht seiner Stoffe durchausnicht fehlgreifen konnte. Es blieb ihm nur noch die schwierigeAufgabe, den schönen Modellen Seelen einzuhauchen, d. h. denAusdruck der Charaktere, Leidenschaften und Gefühle den schönenFormen und Gruppen zu assimiliren, und hierin war der GriecheMeister aller Zeiten und Völker. Die Großartigkeit seinerWeltanschauung, das Vermögen der lebendigsten Schilderungdes Erlebten und Gefühlten, aus dem sich unwillkürlich allesUnbildliche schied, sein scharfer Blick, die Triebfedern derHandlungen zu erkennen, und das Geschick, sie künstlerisch anzu-deuten, — sind die wichtigen Hebel des Beifalls, den sich derGrieche mit Recht in Plastik und Malerei erwarb. Hauptsachebleibt aber immer die aus Zeit und Volk entsprungene Quelleseiner Schöpfungen. Sobald diese versiegte, und die Malereinicht mehr zur Darstellung religiöser Symbole diente, sank sievon ihrer Höhe. Ktesilochos stellte den Jupiter in einerGeburt des Bacchus als Kindbetterin mit der Haube vor; dieZuschauer lachten vielleicht, aber kein Schönheitsgefühl durchdrangsie. Mit dem Glauben an die alten Götter sank auch die alteKunst, und wurde von nun an zur Verzierung der Palläste,als Luxusgegenstand angesehen. Die sogenannte Groteskmalereiwurde damals, besonders in Großgriechenland, gleichwie in unsrerZeit die Genremalerei, erfunden. Beide entsprangen aus dergesunkenen Historienmalerei, und pikten gleich leichtsinnigen Krähendem todten Adler die Augen aus. Man malte statt großartigerSituationsbilder, welche doch nur Wiederholungen und Copienälterer und bedeutungsvollerer Werke werden konnten, kleine
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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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