mit dem Geiste der modernen Weltanschauung, oder, wenn manlieber will, Philosophie ist, der in gleichem Grade auf neuerePoesie, Musik u. s. w. influirt.Möge es uns erlaubt sein, bevor wir von diesem Geisteder vor Allem auf die hiesigen Künstler einwirkt, und ihrenWerken den größten Beifall verschafft, einen Rückblick auf diefrüheren Kunstepochen zu werfen, um den Beweis a posteriorizu liefern, daß (die Griechenzeit muthmaßlich ausgenommen) nieäußere Umstände die nothwendige Verbindung des Idealen undRealen in der bildenden Kunst begünstigten, daß die Kunst nureine Sclavin war, welche den Ansichten der Zeit folgte,wenn diese ihrem Wesen auch gerade zuwider waren, und dasin glücklichen Epochen allein die Superiorität Einzelner Gelungeneserschuf.2. Wir beginnen unsre Untersuchung ex ovo, und bittenfür diese Pedanterie die Verzeihung der Leser.Die rohesten Anfänge der Kunst veranlaßte überall dieReligion, deren äußerer Cultus verlangte: Abstractes zu ver-sichtbaren, um es den Begriffen der Menge anzupassen und dasIdeale zu realisiren, — ein freilich thörichtes Bestreben. DieseBasis der bildenden Kunst, ist stets beibehalten worden, selbstbis zu unsrer religionsleeren Zeit. Je tiefer die Symboleder Religion in den Gemüthern gegründet waren, je wenigerbedurfte es der ausgebildeten Kunst; die Phantasie ersetzte be-reitwillig, was Meißel und Pinsel nicht bezeichnen konnten. Jeweniger gläubig der Zuschauer war, desto idealer, phantasiereicherund vollkommener mußte das Bild sein; der Zuschauer kanntedas Original nicht, verlangte aber die Copie nach den strengstenRegeln der Schönheit. Der Gläubige begnügte sich mit derAbsicht, der Ungläubige sah auf die Leistung.
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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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