Die Heroen der Kunst wissen allein in allen Zeiten und Länderneine hermetische Verbindung des Idealen und Materiellen zuerschaffen, die jedoch an den blöden Augen der Kunstvasallenkaum bemerkbar vorüberzieht, oder sie blos zu mißverstandenenNachahmungen veranlaßt. Man spricht deshalb sehr mit Unrechtvon Kunstschulen, oder Kunstrichtungen, deren Jünger oderMeister einem Systeme huldigen, oder ein anerkannt Schönesin vielfachen Verzweigungen zu einer gleichförmigen Erscheinungzu bringen suchen. Gewöhnlich ist der Anführer einer solchenKunstrichtung zugleich theoretischer Gesetzgeber und Befolgerseiner Gesetze ganz allein, und die sogenannten Schüler gehenalle mehr oder weniger ihren eignen Weg. Nur die technischeManier kann nachgeahmt werden, aber nicht der Geist der Com-position. Ein Anderes ist es, wenn dieser Geist nicht von einemIndividuum ausgeht, sondern aus dem Organismus der Welt-begebenheiten emanirt, d. h. wenn eine Reaction politischer, reli-giöser oder philosophischer Umwälzung, gleichviel ob diese ge-waltsam, auf die Intuition der Künstler, und demnach auf dieSchöpfungen der Kunst, erfolgt. In diesem Sinne gibt esantike, altchristliche und moderne Kunstrichtungen; aber die Kunst-schulen, welche sich nach großen Meistern oder einzelnen Ländernnennen, haben selten mehr Gemeinsames, als durch technischeGleichförmigkeit erreicht wird.Wir wollen die düsseldorfer Schule nicht zu den letzternrechnen, was irrthümlich wäre, da die bessern Künstler gewi-ein festeres und höheres Band als gleiche technische Manier ver-bindet, können sie jedoch ebensowenig als eine isolirte Erscheinungbetrachten, da sich von dem Geiste und der Anschauungsweisedie bei ihr dominiren, auch anderwärts häufige Spuren finden,wie es denn nicht anders sein kann, da dieser Geist identisch
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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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