Geruch und Geschmack der Verbrecher und Normalen. 367
Lösung nach Zenne, Valentin und Vintschga.it nur auf dasTastgefühl erregend wirken soll, nach Schiff dagegen in starkverdünnter Lösung' gleichfalls Geschmacksempfindung hervor-ruft. Als Bitterstoff gebrauchten wir schwefelsaures Strychnin,dessen bitterer Geschmack (nach Rambuteau) in einer Lösungvon Vcooooo, nach unseren Beobachtungen indes in 12%der Fälle noch in Lösung von Vsooooo wahrgenommen wird.Wir stellten davon 11 Lösungen her von Vsoo ooo bis zu Vso oooherab.
Als süssen Stoff benutzten wir anstatt des weniger lös-lichen Zuckers Saccharin. Letzteres giebt noch in Lösungvon Vioo ooo einen deutlichen süssen Geschmack und kannvielleicht noch in stärkeren Verdünnungen verwendet werden,da bei jenem Verdünnungsgrade 25 % Männer und 40 %Weiber es percipirten.
Wir stellten 7 Lösungen von Viooooo bis Vioooo abwärts her.Für Salz hatte Oamerer als äusserste Grenze der Sckmeck-barkeit eine Lösung von Vsoo angenommen, wir fanden Vöooals Grenze und stellten von da abwärts bis s /ioo neun weitereLösungen her. Die erste war schon so stark, dass ein rechtgrosser Theil normaler Individuen sie empfand. Von Wichtig-keit war es, die Menge des Lösungsmittels zu bestimmen.Frühere Beobachter hatten nach dem Minimum gesucht, wobeiGeschmacksempfindung erregt wird (Oamerer hatte sogar aufnur 1 Papille sich beschränkt). Unserer Absicht gemäss, dasMaximum der Geschmacksempfindung behufs vergleichenderBeobachtungen zu prüfen, reizten wir die ganze Oberflächeder Zunge und bedienten uns dazu stets einer konstantenLösung in Menge von x j% ccm.
Damit aber die Lösung in Berührung mit der ganzenGeschmacksfiäche komme, riethen wir, sie langsam im Mundelaufen zu lassen und sie schliesslich zu verschlucken.
Sämtliche Lösungen befanden sich in Fläschchen mitvon einer graduirten Pipette durchbohrtem Stöpsel. Um einegleichmässige, nicht zu niedrige Temperatur zu erhalten, wurdensie in ein und demselben Kistchen aufbewahrt, da die Ge-schmacksempfindlichkeit bei zu niederer Temperatur geringer