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2 W.) fehlte, indem bei 2 von ihnen, sogar auf stärksteReizung, auch nicht einmal eine Empfindung stattfand, sodass es sich hier wahrscheinlich um Anosmie aus centralerUrsache handelte; bei den übrigen 6 wurde zwar der Reiz,aber nicht der spezifische Geruch wahrgenommen, man mochtedenselben so sehr verstärken, wie man wollte, und sogar dannnicht, wenn man den Namen des Riechstoffes angab. 1 Hierhandelt es sieb also" um sogen. Blindheit des Riechens —nach Analogie der Farbenblindheit, d. h. es fehlt dem Rinden-centrum an der Fähigkeit, den empfangenen Sinneseindruckzu verarbeiten und die einfache Wahrnehmung in eine spe-zifische umzuwandeln.
" An Fällen, wie sie Venturi als Amnesia olfactiva auf-führt, wo bei Nennung des Namens der Riechstoff als solchererkannt wird, fehlte es allerdings auch nicht, jedoch fallendieselben bei der von uns angewendeten Untersuchungsmethodenicht ins Gewicht.
"Wir schliessen mitbin aus unseren Beobachtungen, dass:
1. der Geruch bei den Verbrechern schwächer ist, als bei
normalen Individuen,
2. derselbe beim weiblichen Geschlecht ein wenig schwächer
ist als beim männlichen,
3. das Riechvermögen der Verbrecherinnen auch schwächer
ist, als bei normalen Individuen.
2. Geschmack. —■ Ich babe 60 geborene Verbrecher, 20GelegenheitsVerbrecher, 20 normale Individuen aus unteremStande, 50 Studenten und Gewerbtreibende, 20 Verbrecherinnenund 20 normale weibliche Individuen, sämtlich gesund undkräftig und meist im Alter von 20 bis 50 Jahren stehend,auf ibre Schmackfähigkeit untersucht.
Die Versuche wurden mit bitteren und süssen Stoffenund mit Salz angestellt, welches letztere zwar in konzentrirter
1 Anm. des Uebers. — Jlir ist eine uralte adlige Familie bekannt,in der sieh die vollkommene Anosmie seit drei Generationen nur auf diemännlichen Familienglieder vererbt, während die weiblichen ganz freibleiben. Fr.