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lings auf die Nase setzen, bedeutet einen Kuppler, weil mandenselben im Mittelalter mit Nasenabscheiden bestraft hat.Spricht man von einem Dritten, besonders von einer Frau undberührt mit der Spitze des Zeigefingers die Nasenspitze underhebt sie ein wenig, so bedeutet das einen dreisten, frechenMenschen, weil man Leuten mit Stumpfnasen derartige Eigen-schaften zuschreibt.
Drückt man die Nase mit Daumen und Zeigefinger undnickt ein wenig dazu, so bedeutet das einen Uebelthäter odereinen von der Maffia, der sich keine Fliege auf die Nase(im Deutschen: Floh ins Ohr) setzen lässt.
Den Mittel- und Zeigefinger spreizen und aneinanderbringen (während die anderen Finger geschlossen sind) und dieSpitzen an die Nasenlöcher führen, wie um zu schnüffeln,soll anzeigen, dass man am Gerüche Jemanden für einen Ein-faltspinsel erkennt, so auch, wenn man die Vorderfläche dereinen Handwurzel auf die JELückenfläche der anderen legt unddabei die Hände bewegt, wie um das Schütteln von Eselsohrennachzuahmen.
Die Art des Ausspeiens hat bei gewissen Klassen einevölkerpsychologische und moralische Bedeutung. Der Ehren-Picciotto (ein Grad in der Maffia) spuckt, je nachdem, entwedermit der Zunge zwischen den Zähnen, was sie sputari cu lugiummiddu (sputare col fiocco) nennen, oder indem er einwenig Speichel aus der Mitte der Zähne ausspritzt, was sputaridi lu denti heisst. Dieses Ausspeien giebt Demjenigen, derdiese Leute beobachten will, die übrigens wenig bekannt sind,werthvolle Kennzeichen. 1
Werden die 5 Finger rasch hintereinander fächerartigzusammengelegt, so dass sie auf dem Thenar (dem Dickfleischder Daumenseite) zu liegen kommen, so bedeutet das Dieb-stahl. Man will, wie mich dünkt, damit die Bewegung desDiebes bezeichnen, die er machen muss, um einen Gegenstandoder eine Summe Geldes bei Seite zu bringen. Die Diebes-
1 Der Verfasser giebt über die Bedeutung des Ausspeiens keinennäheren Aufschluss, so dass die Sache unverständlich bleibt. (Uebers.)