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2 (1890)
Entstehung
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349
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Finger- und Gestenspraehe der Gauner. 349

gebniss war, dass die Mörderschädel die grösste Zahl derVerbrechermerkmale aufwiesen, die enge Stirn, die aufgetrie-benen Frontal-Sinus, die enormen Augenhöhlen, Unterkinnladeund Jochbogen, die flügeiförmige vordere Nasenapertur, dieAsymmetrie der Gesichtshälften, der Nase und der Augen-höhlen, den affenähnlichen Vorsprung des Unterkiefers, dieSchiefe der Augenhöhlen. Diese Merkmale findet man ander Zusammenstellung der 6 Schädel von Strassenräuberngleichfalls, wenn auch etwas weniger scharf ausgeprägt.

Mit geringerer Schärfe zeigen sich dieselben bei 6 Be-trügern und Dieben; das Gesicht ist länger, der Unterkieferweniger voluminös, Nase und Augenhöhle weniger asymme-trisch.

VI.

Finger- und Gestensprache der Gauner.

Der Gebrauch, sich durch Finger- und sonstige Bewe-gungen heimlich zu verständigen, ist sehr alt und bei denVerbrechern sehr gewöhnlich.

Bezüglich der deutschen Diebe hat Ave - Lallemant(s. Bd. I.) eine ganze Beihe von solchen Zeichen einewahrhaft stumme Fingersprache ans Licht gebracht undbildlich dargestellt.

Vidocq erzählt, wenn die Floueurs (eine Gaunerart, diemit Spiel, Wein, Lotterien arbeitet) ein Opfer aufs Kornnehmen, so machen sie das St.-Johannes-Zeichen, d. h. siefassen an die Halsbinde oder zupfen an ihrem Haar. AlsErkennungszeichen der Diebe untereinander beschreibt er denArcon (ital. Arco, Bogen), der darin besteht, dass man mitdem Daumen von der Nase nach dem Kinn streift und aus-spuckt.

Die wichtigsten Mittheilungen darüber rühren aber vonBitee her, die er in seinen Sitten und Gebräuchen ausSizilien veröffentlicht, wo die Zeichensprache von alters herauch unter den ehrlichen Leuten gebräuchlich und von denGaunern daher missbraucht wird. Er hat 48 solcher Zeichenbeobachtet. Einige derselben sind folgende: Die Finger ritt-