Zweites Kapitel. Geheime Verbrecher. 329
mich nicht rehabilitiren will, noch mich begreift, sonst würdeich jetzt anders, als grosser Mann dastehen, weil ich eineandere Ordnung der Dinge und an die Stelle der willkür-lichen Trennung der Gesellschaftsklassen vollkommene Gleich-stellung derselben eingeführt hätte." — Aus dem Spital ent-lassen, schrieb er einen Brief an den Grafen T. und forderte5000 £, widrigenfalls er ihn erdolchen würde. Er wurde indem Augenblick verhaftet, als er auf. der Post erschien, umdas Geld zu erheben.
Körperlänge 1,60 Meter, Gewicht 67 Kilo; Kopfhaardünn und gesprenkelt, Schnurrbart dicht und schwarz. Stirnhoch, zurückweichend. Ohren henkeiförmig; am rechten Ohrführt ein Loch in einen Fistelgang bis auf den Knochen.Stirnhöhlen stark entwickelt. Augäpfel etwas vorspringend,Myopie. Nase nach oben und links verbogen. Gesichtrechterseits etwas schief. Mund gross. Im Oberkiefer fehlendrei Schneidezähne.
Das Gefühl der Theilnahme für Andere fehlt ihm gänzlich;er sagt selbst, dass er keine Freunde habe; an seine Eltern er-innert, bleibt er ungerührt. Er beweist, dass er noch etwas Rück-sicht auf seine Genossen nimmt, doch würde er sie verrathen.wenn er es für nöthig hielte. Allein und verlassen auf der Welt,fürchtet er ihre Rache nicht. Er hat nie ein Weib anders, alszur Befriedigung der Sinnlichkeit geliebt, das Weib ist ihmnur eine Maschine. Er würde allerdings eine reiche Frauheirathen, aber nur um mit Hülfe ihrer Mittel seine sozialistischenIdeen durchzuführen. Er glaubt an Gott und meint, wer hier aufErden leidet, werde auf anderen Planeten eines besseren Lebenssich erfreuen. Das sittliche Gefühl fehlt ihm ganz. Beim Vorhaltseiner Mordthaten zuckt er mit keiner Wimper, das Gesichtbleibt glatt; nach einer Pause antwortet er trocken, zwischenihm und dem Ermordeten hätten politische Händel undInteressenverschiedenheit obgewaltet.
In seinem Grössenwahn behauptet er, niemals arm gewesen,noch es gegenwärtig zu sein; dem Kellner reicht er 40 Cent.Trinkgeld für eine Tasse Kaffee. Er behauptet, die Schienefür die Pseudarthrose an seinem linken Arm koste ihm