330 Dritter Theil. Der Gelegenheitsverbrecher.
500 £, während es bekannt ist, dass er sie umsonst inNeapel im Hospital der Unheilbaren erhalten hat. Jederseiner Briefe, jede Bittschrift ist mit seinem vollen Namenvind Titel unterzeichnet.
Er, der Apostel der Gleichheit, schrieb einem Freunde,dass 300 £ täglich für seinen Bedarf nicht genügen. Alsman ihm dagegen bemerkte, dass es unter solchen Umständenschwierig sein würde, das Gleichgewicht zwischen den Klassenherzustellen, wollte er das nicht einsehen und suchte dasGegentheil zu beweisen. Da man ihm ins Gesicht sagte, ersei ein Sektirer, so meinte er, er schäme sich dessen nicht, esgäbe gute und böse; er bemühte sich indessen der Anführerder Sekte zu werden.
Wie fest auch die Idee bei ihm stand und wie sehr ersich auch für befähigt hielt, die Welt zu reformiren, so wussteer doch nicht, was er ergreifen sollte. Er war entmuthigt;vor der Vergiftungsgeschichte heisst es in einem seiner Briefean einen Freund: Ich kann nicht leben, es scheint ein Fluchauf mir zu ruhen. Alles geht bei mir anders als bei anderenMenschen; und es ist mir nicht gegeben, im Schweisse meinesAngesichts meinen Lebensunterhalt zu erwerben, und ein Hechtzu leben glaube ich doch zu haben; ich suche mich frei zumachen von den . . ., da ich sehe, dass ich überflüssig in derWelt bin, wo ich mir ein fremder Gast zu sein scheine."
In seinen Reden und Schriften nimmt die Idee der Ge-sellschaftsreform immer den ersten Platz ein. Die Gesellschaftmit allen ihren philantropischen Einrichtungen ist ihm eingemeines heuchlerisches Ding, die Ausgeburt dererdenklichsten Heuchelei. Nur Gott stehe das Hechtzu, Gesetze aufzuerlegen und Fehler zu bestrafen. Die Menschenmüssen sämtlich einander gleich werden und an den Produktender Erde, die ein Geschenk Gottes seien, gleichen Antbeilhaben. Die jetzige Organisation der Gesellschaft ist ihm dasMachwerk einer Verbindung von Uebelthätern, die sich unterdem Vorwand der Civilisation das Recht angemasst habe, dieReligionen ihrer Denkweise anzupassen, Regierungen einzusetzen,Gesetze vorzuschreiben, Strafen aufzuerlegen, wenn Einer gegen