Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
Seite
157
Einzelbild herunterladen
 

Viertes Kapitel. Psychologie. Unterschiede. 157

Verwundung einer Frau ein dem Koitus ähnliches. Vergnügenempfand. Seit dieser Zeit heging er die Körperverletzungen.Die Gefährlichkeit der Sache veranlasste ihn jedoch einenArzt zu ßathe zu ziehen und sich zu Deherrschen, was ihm abernur kurze Zeit gelang, da während eines Zornausbruches (wasauf Epilepsie hinweist) der Trieb ganz ebenso mächtig wiefrüher wieder eintrat. Der Versuch, die Frauenzimmer nuram Halse und an den Armen zu berühren, befriedigte seineWollust nicht, es kam zur Erektion, aber nicht zur Ejakulation.Er Hess ein Mädchen zu sich kommen und sagte ihr:Ichsteche dich!" und berührte ihren Hals mit einem verschlossenenStilet. Es erregte ihm nur massige Wollust; da entschlosser sich sie wirklich zu stechen. Er suchte sich die jüngstenund hübschesten Mädchen aus, Verheiratbete verschonte er,fragte sogar zuvor, ob sie ledig seien. Misslang es ihm, dasFleisch zu treffen, und durchstach er nur die Kleider, so bliebder Erguss aus. Er war sehr fromm; onanirte niemals, träumteaber, so wie es Nacht wurde, vom Stechen der Mädchen.

2. Xaver, 30 Jahre alt, begegnete auf freiem Felde zweiMädchen (2023 Jahre alt), Hess sie ruhig an sich herankommen, warf sie auf eine Hecke nieder und stiess ihnen zudrei verschiedenen Malen die Spitze eines starken Messers indie Genitalien. In seinem Hause fand man 50 von ihm eigen-händig verfertigte Messgewänder, viele auf den katholischenRitus bezügliche Dinge, 10 Heiligenstatuen, die er zu seinerErbauung ankleidete, wenn er am Besuch der Messe verhindertwar. An den Wänden hingen Segenssprüche, Beschwörungs-formeln und obscöne Darstellungen eigener Mache. Er wurdebezüchtigt,, in 7 Fällen Mädchen gestochen zu haben und be-kannte, in frühester Jugend schon onanirt, später Sittlichkeits-verbrechen an Kindern jeden Alters begangen zu haben. Dannhabe es ihn gelüstet die Genitalien der Mädchen zu besehenund zu zerreissen, endlich sei er auf den Einfall gekommen,in die Geschlechtstheile zu stechen und das blutige Messer mitnach Hause zu nehmen.

3. Bichel, 48 Jahre alt, katholisch, brachte in den Jahren1806 und 1808 zwei Mädchen um. Festgenommen, erzählte