158 Zweiter Theil. Der irre Verbrecher.
er seine That folgendermaassen. „Am Tage des Mordes lockteich das Mädchen unter dem Vorvvande zu mir, ihr einenZauber zu zeigen. Ich band ihr die Hände, verband ihr dieAugen und stiess ihr ein bereit gehaltenes Messer in den Hals,so dass das Blut in Strömen herausquoll. Dann kam mir derWunsch zu sehen, wie sie inwendig aussehe. Ich schlug miteinem Hammer gegen die Brust und öffnete den Körper. Dieganze Operation dauerte nicht länger, als wenn Einer zehnAve Maria betet." Die Eingeweide verwahrte er theils ineiner grossen Schachtel, die er in eine Düngergrube versenkte,die anderen Theile verbrannte er. Die blutigen Kleider wuscher zweimal, um sie vor seiner Frau zu verbergen, mit der erübrigens verträglich lobte. Dass er die Mädchen genothzüchtigtoder lüsterne Absiebten bei dem Morde gehabt, leugnete er,er sei bloss begierig gewesen, sie inwendig zu sehen und habenach Blut gedürstet. — Seine Ehe war kinderlos.
Der Uebergang von dieser Art Verbrechen zu den schonerwähnten, wo die Epilepsie das wesentlichste Merkmal bildet,ist leicht. Bei ihnen besteht die Wollust hauptsächlich imBlutdurst oder in der Leichenschändung; sie wächst beimAnblick des Blutes. Bisweilen besteht die Lust auch in demblossen Morden, Betasten und Aussaugen der Eingeweide destodten oder noch zuckenden Opfers, oft ohne Berührung derGenitalien.
Mir ging das schriftliche Geständniss eines- jungen Manneszu, bei dem viele derartige Motive zusammentrafen; ich theilees im Nachstehenden mit.
„Mein Vater war dem Trunk ergeben, melancholisch,phantastisch und brachte sich um, damit man von ihm spreche;meine Mutter war gesund; Beide jung. Ich bin ziemlichkräftig. Wollustgefühle entstehen bei mir weder durch denAnblick weiblicher Geschlechtstheile, noch durch die Reibungmeines Gliedes an jenen. Dagegen erregt der Anblick schönereleganter Lederstiefelchen an den Füssen einer Schönen meineWollust und bringt eine Erektion zuwege. Der Koitus gelingt mirnicht etwa infolge des Verlangens, das Gesicht, die Brüste unddas Glied des Weibes zu betrachten, sondern die Stiefelchen