Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
Seite
14
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14 Erster Theil. Verbrechen aus Leidenschaft.

Brenner, Soldat, fand seine Geliebte in den Armen seinesKorporals, der ihn noch dazu in die Strafzelle sperren Hess,und tödtete sie.

Chalanton wollte von der Frau, die er aus dem Kothegezogen, geschieden sein, als er erfuhr, dass sie ihm nicht nurdie Treue brach, sondern ihn auf offener Strasse beleidigte undmit anonymen Beschuldigungen verfolgte. Da er nun garseinen ehrlichen Namen in einen schimpflichen Prozess ver-Avickelt sah, wo jene als Tribade und öffentliche Dirne eineRolle spielte, als er die öffentliche Aufmerksamkeit auf sichgezogen und sich zum Opfer der unbarmherzigen Fragen vonZeitungsreportern geworden sah, tödtete er das Weib.

Del Prete, der seine Mutter ausserordentlich liebte, glaubte,dass die Krankheit, an der sie litt, das Werk einer altenHexe sei, und tödtete diese.

Die Spinetti hatte einen traurigen Gesellen geheirathetund ihn vergeblich zum Guten zu. führen versucht. Sie, diefrüher reich war, erniedrigte sich so weit, als Magd zu dienen,um ihn zu erhalten. Da er sie aber, als sie 6 Monate schwangerwar, auf den Bauch trat und ihr befahl, ihrem Dienstherrnwerthvolle Sachen zu stehlen, so schnitt sie ihm mit einemauf dem Tisch liegenden Rasirmesser die Karotis durch. AlleZeugen erklärten sie für das Opfer- ihres Mannes.

Madame Clovis Hugues wurde ohne allen Grund durchdie verleumderischen Ausstreuungen über ihre Vergangenheitdurch Madame Lenormand beunruhigt, die überall Geliebteihres jungen Gemahles sah. Da sie lange vergeblich Genug-thuung gefordert hatte, trat sie mit einem Revolver bewaffnetin das Zimmer der Verleumderin mit der Absicht sie zu ver-wunden oder zu tödten und auf diese Weise einen Prozesszu erwirken, in welchem man sie rehabilitire.

Die Gräfin Tilly heirathete einen jungen Menschen, demsie treu blieb, während er sie verliess und öffentlich mit einerPutzmacherin lebte, der er ihre Kleider gab. Dazu beschimpfte erdie Gräfin, als sie ihn beschwor zurückzukommen, indem er seineGeliebte für weit ehrbarer als sie und alle die Ihrigen erklärte.Nun fürchtete die Gräfin, dass nach ihrem Tode jene Elende