Erstes Kapitel. Unterscheidungszeichen. 15
die Mutter ihrer Kinder werden könnte, verlor den Kopf,lauerte der Nebenbuhlerin vom Balcon aus auf, rief sie hinaufund goss ihr Schwefelsäure ins Gesicht. Vor den Geschworenenbezeugte der Ehemann selbst ihre Ehrbarkeit, und sie wurdevon der Schuld freigesprochen.
Trammin, ein ehrlicher Gendarm, vernahm durch einenseltsamen Zufall, dass seine Tochter einen liederlichen Lebens-wandel führe und in anderen Umständen sich befinde. Un-verzüglich lief er nach Hause, tödtete sie und verwundete sichtödtlich (1879).
Bianco wanderte nach New-York aus, quälte sich denganzen Tag über, um das nöthige Brot für seine junge Frauund die Eltern zu erwerben, und litt selber Mangel um jenerwillen. Diese waren aber damit nicht zufrieden, und die Frauergab sich nicht nur anderen Männern, sondern erklärte es ihmoffen und bedrohete ihn sogar eines Morgens mit einem Messer,um ihn von dem entweiheten Ehebett fern zu halten. Zorn,Eifersucht, Leidenschaft, unbefriedigter Geschlechtstrieb unddas lang unterdrückte Leid machten ihn blind und er tödtetedas Weib.
Tolu war noch sehr jung, als' ihm die vielen Besucheseiner schönen jungen Frau bei dem Pfarrer auffielen, er ver-bat sich die Zusammenkünfte; — wenige Tage darauf über-raschte er von einem sichern Versteck aus seine Frau, als sievon dem Pfarrer kam. Von Zorn entbrannt, wartete er, bisjener in die Kirche sich begab und feuerte, mitten unter denDorfbewohnern, eine Pistole auf ihn ab.
Mari wurde angeklagt und nachher verleugnet von jenerGeliebten, um derenwillen er früher einen Selbstmord ver-sucht hatte.
Milani, der seine Frau unsäglich liebte, schöpfte Ver-dacht gegen ihre Treue, der zur Gewissheit wurde, als ihmseine Mutter Briefe zeigte voll Beleidigungen seitens des Ver-führers, und durch die Geständnisse der Frau selbst. Ererinnerte sie an ihre Kinder, nahm ein Messer und erdolchtedamit den Nebenbuhler, den er im Cafe fand, mit den Worten:„So- rächt sich die Ehre!"