Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
Seite
10
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10 Erster Theil. Verbrechen aus Leidenschaft.

nur darum, um das Verbrechen durch mein Geständniss zusühnen."

Humblot erschlug sein ehebrecherisches Weib, aber kaumwar sie kalt, so umarmte, küsste er den Leichnam und wollteHungers sterben.

Bancal wollte sich von dem Leichnam seiner getödtetenGeliebten nicht lossreissen lassen, stiess sich ein Bisturi biszum Heft in die Brust und riss die AVunden, die er zu seinemVerdruss tiberlebte, zweimal wieder auf.

Bertuzzi schoss auf seine Geliebte, die ihn zu heirathensich weigerte, ein Pistol ab und erschoss sich selbst, da er sienicht traf.

11. Geständniss. Ganz anders, als die gemeinenVerbrecher versuchen die Geständigen nicht etwa zu leugnen, ihrAlibi nachzuweisen oder ihr Verbrechen zu verheimlichen,sie gefallen sich vielmehr darin, vor den Geschworenen undRichtern ein Bekenntniss abzulegen, gleichsam, um ihren Scbmerzund ihr Gewissen zu beschwichtigen.

Marino stellte sich sofort, nachdem er seine Geliebtegetödtet. Milani erklärte, er habe die Beamten erwartet.

Verani, da er den Nebenbuhler und sein Weib ge-tödtet .hatte, nahm einen Wagen und stellte sich.

Morusco leugnete zwar anfangs, gestand indes bald,dass er den Arzt aus Rache, weil er seine Tochter habesterben lassen, getödtet habe.

Die Antonia batte das Feuer kaum angelegt, als sie ansFenster trat und um Hülfe rief. Sie begab sich zum Ver-sicherungsagenten, um das Schadenfeuer anzuzeigen, aber nichtfreiwillig, sondern von ihrem Bruder gedrängt. Im Gefühl desUnrechtes, das sie beherrschte, ging sie blindlings auf allesein, was der Agent als Schadenersatz berechnete, dann ver-zichtete sie gänzlich auf den letzteren und schliesslich ging siezu dem aufrichtigsten Geständniss über, von demselben unwider-stehlichen Drange getrieben, der sie zu der ihr zur Last ge-legten Handlung bewogen hatte.

Grasso schoss wenige Tage, nachdem er seinen Sohn er-tränkt hatte, ein Pistol auf sich ab und erklärte dem Richter,