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1 (1894)
Entstehung
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529
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Sechzehntes Kapitel. Ueberschau und Schlussfolgerung. 529

Sechzehntes Kapitel.Ueberschau und Schlussfolgerung.

1. Fassen wir zum Schluss die Ergebnisse unserer Unter-suchungen in kürze zusammen, so finden wir zunächst einemerkwürdige Uebereinstimmung der Thatsachen, aus denen dieAehnlichkeit des Verbrechers mit dem wilden und dem krankenMenschen hervorgeht.

Vor allem ist es das Tättowiren, das uns darauf hin-weist. Sein häufigeres Vorkommen bei den blutdürstigen undrückfälligen Verbrechern, die obscönen, den ganzen Körper be-deckenden Bilder, der Ausdruck von Eitelkeit und Gefühl-losigkeit, der sich, darin ausspricht, erinnert ganz an denCharakter und die Sitten wilder Völkerschaften.

Die Fühllosigkeit wurde experimentell mit Hülfe desAesthesio- und Algometers nachgewiesen, zugleich der wichtigeUmstand, dass die eine Körperhälfte und zwar die rechteweniger empfindlich ist als die linke. Dabei ist die grössereGesichtsechärfe überhaupt und die des linken Auges insbe-sondere bei den Verbrechern zu beachten, ebenso wie dieGrösse der Augenhöhlen, beides Dinge, die sie mit demsogen. Wilden gemein haben. Daran reiht sich das häufigeVorkommen von Farbenblindheit bei Jenen, endlich die grössereEmpfänglichkeit für magnetische und Witterungseinflüsse.

Wichtig sind ferner die Anomalien der Sehnenreflexe,,die bei ihnen häufiger schwach als erhöht sind. Dazukommen die Krampferscheinungen, Chorea, Ataxie, Epilepsie.Bei den epileptischen Verbrechern fehlen die Sehnenreflexe invorwiegendem Maasse, was mehr auf wirkliche Krankheits-zustände der Rindencentren, als auf atavistische Veranlagunghinweist.

Die Muskelkraft, am Dynamometer geprüft, erwiessich gleichfalls auf der linken Seite stärker als auf derrechten. Linkshändigkeit wurde 3 bis 4 mal häufigerbei Verbrechern als bei normalen Individuen beobachtet.

Lombkoso, Der Verbrecher. I. 34