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1 (1894)
Entstehung
Seite
277
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Zweites Kapitel. 277

Gewitter; ein Dieb und Päderast theilte mir mit, dass seineGefährten den Eintritt von schlechtem Wetter prophezeieten,sobald er anfinge Händel zu suchen. Viele unter ihnen leiden anSchwindel, Ohrenbrausen und Kopfschmerz an stürmischen Tagen.

10. Ob die Schärfe des Geruches, wie es zwarvermuthet werden darf, bei den Verbrechern erhöht sei, istexperimentell schwer nachzuweisen. Gleichwohl sei folgendeStatistik des Dr. Venturi über den Verbrauch von Schnupf-tabak mitgeteilt.

Unter 356 normalen Männern schnupfen 14,3 %332 Frauen.... 1,5

310 irren Männern....... ,, 25,8

152 Frauen........ 5,2

279 Verbrechern........ 45,8

201 Verbreoherinnen .... 15,9 ,,

den Mördern............ 48,0

den Dieben ............ 43,0 ,,

Diese Statistik ist allerdings wenig beweiskräftig, weildie Gewohnheit des Schnupfens infolge des Müssiggangesgefördert wird, indes erhält sie doch eine Stütze durch fol-gende Beobachtung. Von unbescholtenen Leuten gewöhnensich 14% das Schnupfen vor dem 30. Lebensjahre an, vonIrren nur 7,2 %, von Verbrechern 22 %, und zwar fast alle 279 von 300 und 32 von 32 Verbrecherinnen vorihrem Eintritt in das Gefängniss [11 Manicomio. Nocera 1885).Vbnturi versucht ausserdem zu erweisen, dass die unter Epi-leptikern, Blöd- und Wahnsinnigen (in 22, 29 und 57 %)verbreitete Leidenschaft charakteristisch für die Entartungs-formen des Irreseins seien.

11. Dynamometrie. Will man die Muskelkraft derVerbrecher untersuchen, so darf man vor allen Dingen nichtmit den durch eine lange Gefängnisshaft und durch Stillsitzengeschwächten Individuen anfangen, da man selbst mit dentrefflichsten Instrumenten auch kein annähernd richtiges Re-sultat erzielen würde. Dazu kommt, dass die dem Verbrechereigene und ihn durchweg bezeichnende Charakterschwäche, dieLügenhaftigkeit, ihn auch veranlasst, sich schwächer zu stellenals er es in der That ist.