276 Dritter Theil. Biologie und Psychologie des Verbrechers.
Mördern, die er nach Altersklassen vertheilt, befindet sichnämlich 1 /s weniger mit höherer, aber 5 mal mehr mit niedererGesichtsschärfe, als die Normalen nach Snellen besitzen.Ausserdem seien Myopie, Amblyopie und Hypermetropie beiden Verbrechern weit zahlreicher vorhanden als bei Normalen-
Verbrecher Normale
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%
32
28
Emmetropie
. . 31
48
Amblyopie..
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43
Hypermetrop:
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6. Hörschärfe. — Biliakof fand bei den russischenVerbrechern eine mittlere Hörschärfe von 250 cm für dasrechte und von 235 cm für das linke Ohr; unter den russischenSoldaten ging bei 3 A die Hörweite über 200 cm, bei Vs über300 cm hinaus. 3—5% der Letzteren hörten nur auf 1 cmEntfernung, von den Verbrechern aber 14—33 %, 6 % warensogar ganz taub. Die Gehörschwäche der Soldaten verhält sichlinkerseits wie 30 : 13, bei den Verbrechern wie 54 : 66.
7. Der Muskelsinn ist zum ersten Male an 38 Ver-brechern durch Bamblot und Warnotts [Bullet, d. I. soc.d'Anthr. Brüssel 1885) untersucht worden. Unter Zugrunde-legung der WEBERschen Zahlen 102 und 103 fanden sieStumpfheit des Muskelsinnes — im Mittel von 114 — bei38% Verbrechern; 12 unter 22 der Letzteren ergaben zugleicheine Abstumpfung des Tastgefühles.
8. Die Empfindlichkeit für Einwirkung des Magneteszeigt sich bei Verbrechern in höherem Grade als bei Nor-malen. Unter 62 Verbrechern fand ich 30 mit hoher Empfind-lichkeit, also 48 %, — während nur 28 % Studenten reagirten.
9. Auch die Witterungseinflüsse üben auf dieVerbrecher einen lebhafteren Einfluss aus als auf gesundeIndividuen. Ich habe das bei 29 von 112 unter ihnen be-obachtet. 9 zeigten sich händelsüchtig kurze Zeit vor einem
1 Neuerdings in meinem Laboratorium vorgenommene Unter-suchungen bestätigen übrigens Bonos Ergebnisse gegenüber denenBiliakofs. (Archivio di Psichiatr. VII.)